Rezessionsängste: China-Daten drücken Börsen tief ins Minus
Aktualisiert

RezessionsängsteChina-Daten drücken Börsen tief ins Minus

Die Gewinne der chinesisichen Industrie brechen ein, die asiatischen Aktienmärkte reagieren heftig. Auch in Europa geht der Ausverkauf weiter.

Minus 4,05 Prozent: Menschen sehen sich in Tokio den Stand des Nikkei-225-Indexes an.

Minus 4,05 Prozent: Menschen sehen sich in Tokio den Stand des Nikkei-225-Indexes an.

Sorgen um eine Abkühlung der chinesischen Wirtschaft haben den Aktienmärkten in Fernost heute deutliche Verluste eingebrockt. In Tokio rutschte der Nikkei-Index um mehr als vier Prozent auf 16'930 Zähler. Auch in Hongkong und Australien ging es mehr als drei Prozent nach unten.

Wie bereits an der Wall Street drückte ein Einbruch der Gewinne in der chinesischen Industrie auf die Laune der Anleger. Das schürte die Furcht vor einer Abschwächung der Konjunktur in der Volksrepublik. Mit Spannung warten Investoren nun auf das Stimmungsbarometer der chinesischen Einkaufsmanager am Donnerstag.

Zum Handelsbeginn setzte sich auch die Talfahrt an den europäischen Aktienmärkten fort. Der SMI notierte kurz vor 9.30 Uhr mit rund 1 Prozent im Minus. Der Dax gab um 0,8 Prozent, der Euro Stoxx 50 um 1,5 Prozent nach.

Furcht vor weltweiter Rezession

«Investoren befürchten eine deutliche Abkühlung in China. Aber das grösste Risiko ist eine weltweite Rezession, nicht nur ein Problem in China», sagte Steven Leung, Direktor bei UOB Kay Hian in Hongkong. Auch in Japan sei die Wirtschaft in schlechter Verfassung und die Situation in Europa sei ebenfalls nicht gut.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien ausserhalb Japans fiel um mehr als zwei Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahres-Tief. Der Leitindex in Shanghai lag rund zwei Prozent im Minus. Vor allem im Rohstoff-Sektor liessen Unternehmen Federn, da die schwächelnde Nachfrage auf die Preise drückte.

Die Aktien des Bergbauriesen Glencore büssten nach dem Kursrutsch an der Börse in London auch in Hongkong mehr als einen Viertel ein. Händler bezweifeln, dass Glencore langfristig den Rückgang der Rohstoffpreise verschmerzen kann. (sda)

Minus 4,05 Prozent: Ein Mann sieht sich in Tokio den Stand des Nikkei-225-Indexes an. (Bild: Kazuhiro Nogi)

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