Aktualisiert 05.01.2011 15:32

Hightech-Flugzeug

China enthüllt neuen Tarnkappen-Jet

Unmittelbar vor dem Besuch des US-Verteidigungsministers sind im Internet Bilder eines chinesischen Tarnkappen-Jets aufgetaucht. Die politische Bedeutung dieser Bilder ist nicht zu unterschätzen.

von
jcg
Im Internet sind Bilder aufgetaucht, die offenbar den J-20 auf dem Rollfeld in Chengdu zeigen.

Im Internet sind Bilder aufgetaucht, die offenbar den J-20 auf dem Rollfeld in Chengdu zeigen.

China markiert vor dem Besuch von US-Verteidigungsministers Robert Gates Stärke: Zwar ist unklar, aus welcher Quelle die Bilder der J-20 genannten Maschine stammen, jedoch dürften sie mit dem Segen der Partei veröffenlicht worden sein. Denn unmittelbar vor dem Besuch des amerikanischen Verteidigungsministers Robert Gates am Sonntag in Peking sendet die Enthüllung des schwer zu ortenden Kampffliegers eine deutliche Botschaft und wirft ein Schlaglicht auf die rasante Modernisierung der Volksbefreiungsarmee.

In Kürze seien erste Testflüge geplant, berichteten Zeitungen in Japan und Hongkong am Mittwoch. China wolle den Kampfjet bis 2017 einsatzbereit haben, schrieb die japanische Tageszeitung «Asahi Shimbun» unter Berufung auf Militärkreise in Peking. Die Maschine, die grösser als der F-22 Raptor der US-Luftwaffe ist, werde mit Raketen bestückt. Sie könne mit Luftbetankung bis zur US-Pazifikinsel Guam fliegen.

Bilder wohl authentisch

Die ersten Bilder zeigen das Flugzeug auf dem Rollfeld in Chengdu, wo der J- 20 entwickelt wird. Sie tauchten auch auf chinesischen Web-Sites auf. Obwohl ihr Ursprung nicht bekannt ist, hält der chinesische Militärexperte Song Xiaojun die Bilder und den Kampfjet für authentisch. «Das ist sicher wahr», sagte der Fachmann in Peking. «Es ist nur normal für China, ein solches Flugzeug zu entwickeln», wies er Besorgnisse zurück.

«Die politische Bedeutung des Flugzeugs ist grösser als die militärische», sagte Song Xiaojun. Das chinesische Volk verschaffe sich damit Respekt. Es gebe viele im Ausland, die nicht glaubten, «dass Chinesen so schlau sind» und ein derart kompliziertes Flugzeug bauen könnten. China stecke gegenwärtig in einer industriellen Modernisierung. Es gebe viele talentierte, junge Ingenieure.

China werde jedoch noch etwa 10 bis 15 Jahre an technologischer Entwicklung benötigen, um einen Kampfjet von der Qualität des F-22 zu bauen, hiess es.

Chinas militärische Entwicklung beunruhigt

Die Sorgen über den militärischen Aufstieg Chinas und seine harte Haltung in Territorialfragen mit seinen Nachbarn wird auch eine Rolle beim Besuch von Staats- und Parteichef Hu Jintao am 19. Januar in Washington spielen. Die Militärbeziehungen zwischen beiden Seiten sind angeschlagen. Deswegen war auch der Besuch von Verteidigungminister Gates in China immer wieder aufgeschoben worden.

Hintergrund ist die Verärgerung Pekings über amerikanische Waffenlieferungen an Taiwan, das nur als abtrünnige Provinz betrachtet wird. Aus Protest hatte die chinesische Seite genau vor einem Jahr die Militärkontakte zu den USA vorerst eingefroren. (jcg/sda)

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