Jetzt spricht Novaks Vater: «China, Indien, Brasilien, Afrika – Novak ist überall eine Gottheit»
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Jetzt spricht Novaks Vater«China, Indien, Brasilien, Afrika – Novak ist überall eine Gottheit»

Eben erst hat sein Sohn Novak Djokovic seinen 18. Grand-Slam-Titel gewonnen. In einem Interview spricht nun Srdjan Djokovic über den Erfolg, aber auch die Angriffe auf die Weltnummer Eins.

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Srdjan Djokovic neben seinem Sohn Novak: In einem Interview mit einer serbischen Zeitung spricht er den Zwist zwischen West und Ost an, den sein Sohn auslöse.

Srdjan Djokovic neben seinem Sohn Novak: In einem Interview mit einer serbischen Zeitung spricht er den Zwist zwischen West und Ost an, den sein Sohn auslöse.

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Auch sagt der 60-Jährige, dass sein Sohn in den nächsten eineinhalb Jahren der Beste sein werde, in allen Statistiken.

Auch sagt der 60-Jährige, dass sein Sohn in den nächsten eineinhalb Jahren der Beste sein werde, in allen Statistiken.

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In Trnovo, nahe Sarajevo, hat der Künstler Milos Popovic der Weltnummer Eins ein Denkmal gesetzt. 

In Trnovo, nahe Sarajevo, hat der Künstler Milos Popovic der Weltnummer Eins ein Denkmal gesetzt.

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Darum gehts

  • Novak Djokovic hat nach seinem Triumph in Melbourne bereits 18. Grand-Slam-Titel gewonnen.

  • Trotzdem fühlt sich der Serbe unfair behandelt. In einem Interview mit einer serbischen Zeitung spricht nun Djokovic Vater über die Ungleichbehandlung seines Sohns.

  • Er sagt: «Novak wird in den nächsten eineinhalb Jahren der Beste sein. In allen Statistiken.»

In Melbourne hat Novak Djokovic eben erst seinen 18. Grand-Slam-Titel gewonnen. Der Serbe, der sich im Laufe des Turniers am Bauch verletzt hatte, sprach nach dem Gewinn des Titels aber auch von einer Ungleichbehandlung, dass «viele Leute unfair» zu ihm gewesen seien. Über diese Ungleichbehandlung enerviert sich nun auch der Vater der Weltnummer Eins in einem Interview mit der serbischen Zeitung «Kurir». So sagt Srdjan Djokovic: «Er hat so nette Manieren. Wie er seine Gegner begrüsst, wie er sich gegenüber den Gastgebern verhält, wie er seine Hand ausstreckt und den Gegner küsst, wenn er verliert. Welcher Athlet macht das?» Er könne es einfach nicht verstehen, dass sein Sohn selten eine Fairplay-Auszeichnung erhalten habe, Roger Federer hingegen deren 15.

Echte Liebe für Djokovic – in China

Immerhin konstatiert der 60-Jährige: «In den nächsten eineinhalb Jahren wird er der Beste sein. In allen Statistiken.» Und meint damit vor allem den Grand-Slam-Rekord von 20 Titeln, den momentan noch Rafael Nadal und Federer halten. Immerhin einen Rekord wird Djokovic demnächst brechen, wenn er im März die längste Zeit an der Spitze des ATP-Rankings verbracht haben wird.

Angesprochen auf die steten Angriffe auf seinen Sohn hält Srdjan Djokovic fest: «Die sind natürlich schwer zu ertragen. Er tut das Gegenteil, was die sagen. Er gibt niemandem einen Grund, ihn so zu behandeln. Aber es ist jetzt einfach so. So behandeln sie uns als Land und ihn als Menschen.» Dafür würde sein Sohn ja in China am besten spielen. «Er spürt dort die Liebe, echte Liebe. Etwas, was er im Westen nicht erleben darf. Im Westen denken sie, dass nur sie existieren, dabei sind sie nur ein Fünftel der Welt. China, Indien, Russland, Brasilien, Afrika – Novak ist überall eine Gottheit.» Auch in seiner Heimat, wo er gemäss seiner Auffassung «für 97 Prozent ein Mitglied der Familie» sei.

Er sieht eine «Invasion grosser, junger, russischer Tennisprofis»

Weiter spricht Srdjan Djokovic davon, wie seine Frau und er Novak in «der schwierigsten Zeit Serbiens» grossziehen mussten, gequält wurden von Bombenangriffen. Seiner Meinung nach habe sich das jedoch ausgezahlt, «weil er ein harter Arbeiter ist, weil der Vertreter Serbiens auf der Welt ist, weil er ein Patriot ist, weil er der beste Athlet der Welt ist. Nicht nur im Tennis. Er wurde in den letzten zehn Jahren vier Mal Weltsportler.»

Und wie sieht Novaks Vater die Wachablösung im Tennis? Zumindest die junge Garde, die gerade nachrückt, hält er für «fantastisch», ergänzt aber, dass von Medwedew, Rublew, Tsitsipas und Zverev die meisten aus Russland stammten. In der «Invasion grosser, junger, russischer Tennisspieler» sieht der 60-Jährige den Beleg, dass gute Profis nicht nur aus dem Westen stammten. «Die Westler müssen verstehen, dass wir auch etwas vom Leben wissen. Und vor allem wissen wir, wie man diesen Ball schlägt. Sie dachten, dass sich das nie ändern würde, aber zu ihrem Bedauern hat das Novak geändert.»

(erh)

Deine Meinung

123 Kommentare
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Habenes Immergut-Gemeint

24.02.2021, 16:51

Djokovic macht das richtig. Umso mehr gegen ihn sind, desto stärker spielt er. Siehe Wimbledon 2019.

Manfred Wisser

24.02.2021, 16:19

Die Auszeit Federers war absehbar. Die Weltrangliste wurde eingefroren. Ein Jahr hat er pausiert. Wie wird er wiederkommen?! Noch stärker wie 2017. Er hat ein noch größeres Racket und hat ein Jahr lang wieder neue Spielzüge einstudiert um an Nole und Nadal vorbeizukommen. Mal sehen ob es am Ende für große Titel reichen wird. Ich bin da aufgrund des Alters skeptisch.

Kioskfrau

24.02.2021, 13:54

Bin ich froh kann ich mich selbst einschätzen