Umweltschutz: China legt Dreckschleudern lahm
Aktualisiert

UmweltschutzChina legt Dreckschleudern lahm

Die chinesische Regierung lässt bis Ende September mehr als 2000 veraltete Fabriken mit schlechter Energiebilanz schliessen. Betroffen sind unter anderem die Stahl-, Zement- und Aluminiumindustrie.

Kohlekraftwerk in der Proinz Liaoning.

Kohlekraftwerk in der Proinz Liaoning.

Sie hätten für die Schliessung bis Ende September Zeit, berichteten mehrere Zeitungen am Montag unter Berufung auf das Industrieministerium. Die betroffenen Fabriken verlieren bis Ende kommenden Monats ihre Zertifikate für den Schadstoffausstoss, erhalten keinen Strom mehr und Banken dürfen mit ihnen keine Geschäfte mehr machen.

Sollten sich die Firmen, die beispielsweise aus der Zement-, Eisen-, Papier- und Koksindustrie kämen, nicht an die Anordnung halten, drohten Bussgelder, die Widerrufung von Abwasser-Lizenzen, die Reduzierung von Krediten oder sogar der Entzug von Geschäftsgenehmigungen.

USA als grösster Energieverbraucher überholt

Die Produktionsstätten seien ins Visier der Behörden geraten, weil sie die Umwelt zu stark verschmutzten, zu viel Energie verbrauchten oder Sicherheitsstandards nicht erfüllt hätten. Ein Fünfjahresplan zur Verbesserung der Energie-Effizienz hat nach Behördenangaben wegen der gestiegenen Nachfrage nach Zement, Stahl und weiteren energieintensiven Produkten in diesem Jahr einen Rückschlag erlitten.

China kämpft mit ernsthaften Umweltproblemen und einer Verknappung seiner Rohstoffe. Die Volksrepublik strebt danach, ihren Produktionssektor zu modernisieren und schärfere Energiestandards einzuführen. Das Land hat nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) die USA im vergangenen Jahr als grösster Energieverbraucher der Welt überholt. Wegen seiner grossen Bevölkerungszahl liegt die Volksrepublik beim Pro-Kopf-Verbrauch aber weiter hinter Washington. (sda/dapd)

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