Wegen Bremsversagen: China ruft 54 Schnellzüge zurück
Aktualisiert

Wegen BremsversagenChina ruft 54 Schnellzüge zurück

Jetzt handelt Peking. Einen Tag nach dem Entscheid, den Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Bahnnetzes zu vertagen, ruft eine chinesische Bahnfirma wegen «technischer Probleme» 54 Züge zurück.

Ein staatlicher chinesischer Eisenbahnbauer hat 54 Hochgeschwindigkeitszüge der kürzlich eingeweihten Bahnstrecke zwischen Peking und Shanghai wegen «technischer Probleme» zurückgerufen.

Die Züge würden zur «systematischen Analyse der Ursache gewisser technischer Probleme» zurückgerufen, teilte die Staatsfirma China CNR Corp am Freitag mit. Der Rückruf erfolgt einen Tag, nachdem die Regierung einen Baustopp für alle Bahnstrecken bis zum Abschluss einer Sicherheitsüberprüfung angeordnet hatte.

Mit den verschärften Sicherheitsbestimmungen reagierte Peking auf den schweren Unfall vom 23. Juli. Bei dem Zusammenprall von zwei Schnellzügen in der Region Wenzhou waren 40 Menschen getötet und 191 weitere verletzt worden.

Abstriche bei der Sicherheit

Es handelte sich um das schwerste Unglück in der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsnetzes der Volksrepublik. In der Folge waren Vorwürfe laut geworden, beim schnellen Ausbau des Netzes seien Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden. Auch staatliche Medien übten ungewohnt scharfe Kritik.

Anfang der Woche hatte das Eisenbahnministerium die Auslieferung weiterer Züge der China CNR Corp gestoppt, nachdem Probleme mit ihren bereits eingesetzten Zügen aufgetreten waren. Die Firma hatte daraufhin mitgeteilt, dass fehlerhafte automatische Bremssysteme ihrer Züge Verzögerungen auf der prestigeträchtigen Hochgeschwindigkeitsstrecke Peking-Shanghai verursacht hätten. (sda)

Schweres Zugunglück war laut Ermittlern «vermeidbar»

Der schwere Unfall auf einer Schnellzugstrecke in China mit 40 Todesopfern war nach Erkenntnissen der Ermittler «vollständig vermeidbar». Das berichtete die staatliche Zeitung «China Daily» am Freitag unter Berufung auf den Chef der Behörde für Arbeitssicherheit, Luo Lin.

Der Unfall vor knapp drei Wochen «hätte nicht passieren dürfen», sagte der Leiter der Untersuchungskommission dem Blatt. Als Grund für den Unfall nannte er Materialfehler, die wahrscheinlich zu einem technischen Defekt geführt hätten. Aber auch die Notfallpläne seien mangelhaft gewesen.

Am 23. Juli waren beim Zusammenprall von zwei Schnellzügen in der ostchinesischen Region Wenzhou 40 Menschen getötet und fast 200 weitere verletzt worden. Es handelte sich um das schwerste Unglück in der Geschichte des Hochgeschwindigkeitsnetzes in China.

In der Folge wurden Vorwürfe laut, beim schnellen Ausbau des Netzes seien Abstriche bei der Sicherheit gemacht worden. Auch staatliche Medien übten ungewohnt scharfe Kritik. (sda)

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