Zensur: China sperrt Clubhouse-App, nachdem Uiguren über Arbeitslager berichten
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ZensurChina sperrt Clubhouse-App, nachdem Uiguren über Arbeitslager berichten

Die chinesische Regierung hat den Zugang zur Clubhouse-App für seine Bürger gesperrt. Die Zahl der chinesischen Nutzer hatte in den letzten Tagen stark zugenommen, so nutzten sie die Plattform, um über heikle Themen zu berichten, die in China sonst zensuriert werden.

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China hat den Zugang zur Clubhouse-App gesperrt. 

China hat den Zugang zur Clubhouse-App gesperrt.

20min/Marco Zangger
Nur ein paar Tage lang konnten chinesische Bürger die Zensur in China umgehen und so die App nutzen. 

Nur ein paar Tage lang konnten chinesische Bürger die Zensur in China umgehen und so die App nutzen.

20min/Marco Zangger
So konnten chinesische Nutzer ohne Einschränkung auf der App über heikle Themen diskutieren. 

So konnten chinesische Nutzer ohne Einschränkung auf der App über heikle Themen diskutieren.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • China hat die Social-Media-App Clubhouse gesperrt.

  • Durch die App konnten chinesische Nutzer einige Tage lang ohne Zensur kommunizieren.

  • Zahlreiche Uiguren und Taiwaner berichteten per App über die Unterdrückung durch die Regierung.

Die Freiheit war nur von kurzer Dauer: Der derzeit äusserst beliebten App Clubhouse war es offenbar einige Tage gelungen, die Zensur von Online-Netzwerken in China zu umgehen. Nachdem die Zahl der chinesischen Nutzer stetig zugenommen hatte, die mit Hilfe der Plattform über heikle Themen diskutierten, wurde diese am Montagabend (Ortszeit) offenbar von den Behörden gesperrt.

In den vergangenen Tagen meldeten sich immer mehr chinesische Nutzer bei der US-App an und sprachen frei über in China zensierte Themen wie die Unterdrückung der muslimischen Uiguren-Minderheit, die Demokratiebewegung in Hongkong und Taiwans Unabhängigkeitskonzept. China-Experten und auch AFP-Reporter berichteten unter anderem von offenen und «emotionalen» Diskussionen zwischen Uiguren und Vertretern der Mehrheit der Han-Chinesen.

Uiguren und Taiwaner unterhalten sich über Umerziehungslager

«Ich bin in einem von Taiwanern geführten Raum im Clubhouse, wo 4000 Mandarin-Sprachige – einschliesslich Uiguren und Han-Chinesen in China und ausserhalb – über... alles reden», twitterte die in Berlin lebende Journalistin Melissa Chan. «Von Überwachung, über Freunde, die gerade Umerziehungslager hinter sich haben, bis hin zu alltäglichem Kram».

Die Nutzer der im vergangenen Frühjahr in den USA entwickelten App können per Audio verschiedene «Räume» besuchen, in denen Menschen miteinander reden. Derzeit kann die Plattform nur herunterladen, wer eine persönliche Einladung durch einen bereits registrierten Nutzer bekommt und ein Apple-Gerät besitzt. Am Montagabend zeigte Clubhouse jedoch Nutzern in China eine Fehler-Mitteilung an. In chinesischsprachigen «Räumen» tauchte sofort die Vermutung auf, dass die App von Pekings Zensurbehörden gesperrt wurde. Einige Nutzer rechneten bereits mit ihrer Überwachung.

Experten hatten schon davor gewarnt, dass Peking den Zugriff bald blockieren könnte: «Das Fenster für offene Clubhouse-Gespräche über Politik auf Chinesisch schliesst sich bereits», sagte der australische Experte für Internet-Politik, Fergus Ryan, noch vor der Sperre.

(AFP)

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