Aktualisiert 26.09.2016 12:23

«Fast»China startet Alien-Suche mit weltgrösstem Teleskop

Die Schüssel ist einen halben Kilometer breit: China hat das weltgrösste Radioteleskop in Betrieb genommen – Tausende Menschen mussten dafür umgesiedelt werden.

von
pat

Besteht aus 4450 Paneelen: Das weltgrösste Radioteleskop namens «Fast» in China. (Quelle: AFP)

Es soll nach Ausserirdischen suchen und hat bereits ein Signal aus riesiger Entfernung empfangen: Das grösste Radioteleskop der Welt namens «Fast» wurde in der chinesischen Provinz Guizhou in Betrieb genommen.

Mit einem Durchmesser von 500 Meter übertrifft es das 300 Meter grosse «Arecibo»-Observatorium in Puerto Rico deutlich. Das Observatorium besteht aus 4450 Paneelen. Sein Bau dauerte fünf Jahre und kostete umgerechnet rund 180 Millionen Schweizer Franken. Der Name «Fast» steht für «Five Hundred Meter Aperture Spherical Telescope».

Das Mega-Teleskop soll Gravitationswellen und Radiofrequenzstrahlung von Sternen und Galaxien auffangen und speichern. Zudem soll es weit entfernte Pulsare beobachten – schnell rotierende Neutronensterne, die als Produkte von Supernova-Explosionen gelten. Der Bau soll unter anderem das internationale Seti-Projekt des russischen Milliardärs Jurij Milner bei der Suche nach ausserirdischem Leben unterstützen.

Teleskop schaut 1351 Lichtjahre weit

Der Staatssender CCTV berichtet bereits von ersten Erfolgen: So soll die Super-Schüssel bereits Radiowellen von einer Quelle kosmischer Strahlung empfangen haben, die 1351 Lichtjahre von der Erde gelegen hätte.

Hunderte Wissenschaftler und Interessierte verfolgten die Inbetriebnahme live mit, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete. Touristen können die Schüssel von einer Beobachtungsterrasse aus bestaunen.

8000 Menschen mussten umziehen

Der Bau dürfte nicht bei allen für Freude gesorgt haben: Mehr als 8000 Menschen aus acht Dörfern mussten dem Teleskop weichen. Sie seien in neue Wohnungen umgesiedelt worden und hätten eine Entschädigung von jeweils 12'000 Yuan (1798 Schweizer Franken) erhalten, berichten chinesische Staatsmedien.

China investiert seit Jahren massiv in sein Weltraumprogramm. Das Programm unter Leitung des Militärs umfasst auch Pläne für eine eigene Weltraumstation und eine Mondlandung. (pat/sda)

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