Angst vor Vereinigung: China unterdrückt Protest gegen Milchskandal
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Angst vor VereinigungChina unterdrückt Protest gegen Milchskandal

Nach dem Skandal um chemieverseuchte Milch vor einem Jahr haben die chinesischen Behörden den Vater eines erkrankten Kindes verhaftet. Dieser hatte im Internet eine Gruppe mit anderen betroffenen Eltern gegründet, die Schadensersatz fordern.

Der verhaftete Zhao Lianhai sei am Freitag abgeführt worden, berichtete die Menschenrechtsorganisation HRIC unter Berufung auf Aussagen seiner Ehefrau. Die Wohnung der Familie sei durchsucht worden. Sein Computer, ein Videorekorder, eine Kamera und elektronische Speicher seien beschlagnahmt worden.

Der Milchskandal hatte vor einem Jahr die Bevölkerung in China empört. Mehr als 300 000 Kinder waren von der mit Melamin versetzten Milch krank geworden, sechs Kinder starben.

Das Melamin war Milchpulver für Kinder und anderem Produkten beigemengt worden, um einen höheren Proteingehalt vorzutäuschen und so höhere Preise zu erzielen. Der Skandal war mehrere Monate vertuscht worden, um die Olympischen Spiele in Peking nicht zu stören. Im September 2008 kam der Skandal dann jedoch ans Licht, als immer mehr kranke Kinder in den Kliniken behandelt werden mussten.

Einige Familien waren von den beteiligten Firmen entschädigt worden. Wie die in den USA beheimatete HRIC berichtete, kämpft Zhaos Elterngruppe aber immer noch um Schadensersatz. Kurz vor der Verhaftung Zhaos hatten einige Menschenrechtsgruppen US-Präsident Barack Obama aufgefordert, bei seinem bevorstehenden Chinabesuch auf die Einhaltung der Menschenrechte in dem Land zu pochen. (sda)

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