Rohstoffe: China verschärft den Konflikt um Seltene Erden
Aktualisiert

RohstoffeChina verschärft den Konflikt um Seltene Erden

Die EU, USA und Japan streiten mit China wegen seiner restriktiven Exportpolitik für Seltene Erden. Jetzt legt Peking noch einen Zacken zu.

Abbau von Seltenen Erden in Nordchina.

Abbau von Seltenen Erden in Nordchina.

Die chinesische Regierung hat ihre Bestimmungen über die Förderung Seltener Erden verschärft. Um weiter in Betrieb bleiben zu dürfen, müssen Minen und Schmelzen künftig Mindestproduktionsmengen einhalten. Dies sehen Bestimmungen vor, die in dieser Woche verfügt wurden.

Die englischsprachige Zeitung «China Daily» zitierte am Mittwoch einen Regierungsbeamten mit den Worten, etwa ein Drittel der Minen und die Hälfte der Schmelzen werde diese Anforderungen möglicherweise nicht erreichen.

Eigene Handelsplattform

Wie ebenfalls am Mittwoch bekannt wurde, sollen die Seltenen Erden in China künftig über eine eigene Handelsplattform gehandelt werden. Die Inner Mongolia Baotou Steel Rare-Earth Group Hi-Tech startete mit neun weiteren Unternehmen und Institutionen eine gemeinsame Plattform. Die Preisgestaltung werde «transparent und einheitlich» erfolgen, sagte der stellvertretende Generaldirektor Zhang Rihui dem staatlichen Rundfunk.

Seltene Erden werden für viele Elektronikprodukte wie Flachbildschirme und Smartphones benötigt. China verfügt etwa über ein Drittel der weltweiten Vorkommen, produziert derzeit aber rund 90 Prozent des Bedarfs.

Die EU, USA und Japan hatten China zuletzt wegen der restriktiven Exportpolitik für Seltene Erden vor der Welthandelsorganisation (WTO) verklagt. Die jüngsten Schritte Pekings könnte die Spannungen weiter anheizen.

(dapd)

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