Bericht des Pentagons: China vervierfacht Zahl seiner Atomwaffen bis ins Jahr 2035

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Bericht des PentagonsChina vervierfacht Zahl seiner Atomwaffen bis ins Jahr 2035

Die USA sind besorgt über die nukleare Aufrüstung in China: Das Reich der Mitte könnte die Anzahl seiner Atomwaffen in den kommenden 15 Jahren massiv ausbauen.

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Eine chinesische Dong Feng-41 Interkontinentalrakete: Derzeit besitzt China rund 400 atomare Sprengköpfe.

Eine chinesische Dong Feng-41 Interkontinentalrakete: Derzeit besitzt China rund 400 atomare Sprengköpfe.

IMAGO/Kyodo News
Im vergangenen Jahr führte China mehr Raketentests durch als der Rest der Welt zusammen.

Im vergangenen Jahr führte China mehr Raketentests durch als der Rest der Welt zusammen.

IMAGO/Xinhua
Das Erstarken der chinesischen Streitkräfte …

Das Erstarken der chinesischen Streitkräfte …

IMAGO/Xinhua

Darum gehts

Chinas Atomwaffenarsenal dürfte sich nach Einschätzung der USA bis 2035 fast vervierfachen. In einem am Dienstag veröffentlichten Bericht des US-Verteidigungsministeriums heisst es, China verfüge inzwischen über mehr als 400 atomare Sprengköpfe. «Wenn China das Tempo seiner atomaren Expansion beibehält, wird es bis 2035 wahrscheinlich ein Arsenal von rund 1500 Sprengköpfen haben», heisst es. Das wären allerdings immer noch deutlich weniger als die USA selbst und Russland. Die beiden Atommächte verfügen jeweils über Tausende Atomsprengköpfe – die USA etwa gaben Ende 2020 die Zahl von 3750 nuklearen Sprengköpfen an.

Pentagon-Sprecher Pat Ryder warnte am Dienstag, ein Anwachsen von Chinas Atomwaffenarsenal würde zu wachsender Instabilität führen. «Je mehr Proliferation es gibt, desto besorgniserregender ist es, desto destabilisierender für die Region ist es.»

135 Raketentests in einem Jahr

Im Pentagon-Bericht über das chinesische Militär heisst es weiter, China modernisiere auch seine ballistischen Raketen, die Atomsprengköpfe transportieren könnten. China habe im vergangenen Jahr bei Tests rund 135 ballistische Raketen abgefeuert – «mehr als der Rest der Welt zusammen». Ausgenommen sind bei bewaffneten Konflikten abgefeuerte Raketen. Die Führung in Peking mache auch bei der Modernisierung ihrer Luftstreitkräfte rasche Fortschritte und nähere sich dabei dem Westen an, heisst es in dem Bericht.

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden sieht das wirtschaftlich und militärisch aufstrebende China als weltweit grösste geopolitische Herausforderung an. Biden und der chinesische Staatschef Xi Jinping trafen sich vor zwei Wochen zum ersten Mal, seitdem sie an der Spitze der beiden Staaten stehen. Ein zentrales Konfliktthema war dabei Chinas Umgang mit Taiwan. 

(DPA/trx)

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