China weltweit unter Beschuss
Aktualisiert

China weltweit unter Beschuss

Wegen seiner Tibet-Politik ist das Land der Mitte mit zahlreichen anti-chinesischen Protesten konfrontiert. Heute wurde in Sidney, Jakarta und Kathmandu demonstriert.

Bei neuen anti-chinesischen Protesten in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu hat die Polizei heute mehr als 100 Exiltibeter festgenommen. Nach Berichten von Augenzeugen setzte sie Schlagstöcke gegen die Protestierenden ein.

Die Regierung in Kathmandu unterstützt Peking in seiner Tibetpolitik und lässt die seit Tagen andauernden anti-chinesischen Proteste regelmässig gewaltsam auflösen.

Demo in Sidney

Mehrere hundert Menschen gingen auch in Sidney in Australien auf die Strasse. Dort blieben die Proteste friedlich. In der indonesischen Hauptstadt Jakarta demonstrierten vor der chinesischen Botschaft rund 200 Menschen, darunter zahlreiche buddhistische Mönche.

Australiens Aussenminister Stephen Smith forderte China auf, ausländischen Diplomaten offeneren Zugang zu Tibet zu gewähren. Der Kurzbesuch von Botschafts-Vertretern aus 15 Ländern am Wochenende sei ein «Schritt in die richtige Richtung» gewesen, sagte Smith am Montag in Perth.

Allerdings seien die Diplomaten ständig von chinesischen Regierungsvertretern überwacht worden. Peking solle bezüglich Tibet «offen und transparent» sein und Überprüfungen ausländischer Journalisten oder Diplomaten erlauben, forderte Smith.

Unter scharfen Sicherheitsvorkehrungen traf unterdessen die Olympische Flamme in Peking ein. Auf dem Platz des himmlischen Friedens schickte Staatspräsident Hu Jintao den Startläufer des traditionellen Fackellaufs auf die Reise durch die Kontinente, an dessen Ende die Flamme zum Beginn der Spiele am 8. August in die chinesische Hauptstadt zurückkehren soll.

Auf dem mit roten Fahnen geschmückten Platz wurde der Start mit Tanz- und Akrobatikvorführungen gefeiert. Ein riesiges Porträt Mao Zedongs prangte am Tor des himmlischen Friedens.

(sda)

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