China wertet Yuan auf
Aktualisiert

China wertet Yuan auf

China hat am Donnerstag dem internationalen Druck auf eine Lockerung des Wechselkurssystems in einem ersten Schritt nachgegeben.

Die Zentralbank hat die Bindung der Landeswährung an den Dollar mit sofortiger Wirkung aufgehoben.

Damit wird der Yuan zum Dollar aufgewertet. Künftig entspricht ein Dollar 8,11 Yuan. Seit 1997 hat der Wechselkurs bei 8,28 Yuan je Dollar gelegen.

Durch eine künstlich niedrige Währung hatte sich China bislang einen Vorteil auf den Exportmärkten verschafft. In den vergangenen Jahren aber war der Druck auf die chinesische Regierung gewachsen, ihr festes Wechselkurssystem aufzugeben und eine Aufwertung der Landeswährung zuzulassen.

Vorteile etwas abbauen

Die Exportvorteile werden nun etwas abgebaut. Durch den jüngsten Währungsschritt sollten sich die chinesischen Exporte rein rechnerisch um 2 Prozent verteuern. Der neue Kurs entspricht einer Aufwertung des Yuan um 2,1 Prozent, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

Künftig solle die Landeswährung in einer Spanne von minus 0,3 bis plus 0,3 Prozent um diesen Kurs gehalten werden. Ein Sprecher der Zentralbank erklärte, zu rasche Kursschwankungen des Yuan könnten dem chinesischen Finanzsystem schaden und lägen nicht im Interesse der Regierung.

Die Stabilität des Yuan soll nun mit Hilfe eines Korbs aus verschiedenen Währungen gesteuert werden, wie die Notenbank auf ihrer Internetseite bekannt gab. Die Zentralbank werde ab sofort täglich nach Handelsschluss den Schlusskurs des Yuan festlegen. Dieser gelte dann als neuer Leitkurs für den folgenden Handelstag.

Die US-Notenbank hat die Aufwertung des chinesischen Yuan begrüsst. Es sei ein «erster guter Schritt», sagte Notenbankchef Alan Greenspan während einer Anhörung vor dem US-Senat. Erst am Mittwoch hatte Greenspan gesagt, dass eine Anpassung im Interesse Chinas sei.

Positiv für Schweizer Wirtschaft

Die Aufhebung der festen Dollarbindung der chinesischen Währung dürfte sich nach Ansicht von Schweizer Experten und Analysten positiv auf die Weltwirtschaft und auch auf Schweizer Unternehmen auswirken. Einzelne Firmen selbst äusserten sich am Donnerstag noch zurückhaltend.

Zu den Gewinnern der tendenziellen Aufwertung des Yuan könnten in der Schweiz die Aktien der Luxusgüterbranche gehören, die zu den währungssensitivsten Titeln an der Schweizer Börse zählen. Swatch und Richemont kommen auf einen hohen Umsatzanteil in Asien, wobei ihre Produktion ausschliesslich im Franken und Euro-Raum liegt.

Ein Sprecher von Richemont äusserte sich gegenüber reuters zurückhaltend zur Yuan-Aufwertung und der möglichen Folgen. China sei mit gegenwärtig zwei Prozent der Verkäufe ein kleiner Markt für Richemont. Für Japan - mit 20 Prozent ein wichtiger Markt für Richemont - müsse sich zeigen, wie sich der Währungseffekt in den kommenden zwölf Monaten auswirke.

(sda)

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