Aktualisiert 14.03.2011 12:05

Energie

China will Atomenergie massiv ausbauen

Von der Atomkatastrophe in Japan lässt sich China nicht abschrecken: Der Volkskongress hat beschlossen, die Atomkapazitäten bis 2020 zu verachtfachen.

China will die Entwicklung der Atomkraft in den Küstenprovinzen beschleunigen.

China will die Entwicklung der Atomkraft in den Küstenprovinzen beschleunigen.

Ungeachtet der Atomkatastrophe in Japan hat Chinas Volkskongress am Montag mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan einen massiven Ausbau der Kernenergie beschlossen. Bis 2015 soll mit dem Bau von weiteren 40 Gigawatt an Kapazitäten begonnen werden.

Bis 2020 sollen die gegenwärtigen Atomkapazitäten sogar verachtfacht werden, berichten chinesische Staatsmedien. Im Moment hat China 13 Atomreaktoren mit einer installierten Kapazität von 10,8 Gigawatt in Betrieb.

Atomkraftwerk-Entwicklung beschleunigt

Die Entwicklung der Atomkraft in den Küstenprovinzen werde «beschleunigt», heisst es in dem Plan. Auch in den zentralen Provinzen werde die Nutzung der Kernenergie «beständig vorangetrieben».

Wie üblich ohne offene Debatte stimmten 2778 Delegierte auf der Abschlussitzung in Peking für den neuen Entwicklungsplan. Nur 56 stimmten dagegen, während sich 38 Abgeordnete enthielten.

Wen Jiabao sprach Japan sein Beileid aus

Auf einer sorgfältig orchestrierten Pressekonferenz sprach Regierungschef Wen Jiabao Japan angesichts der Katastrophe mit tausenden Toten sein Beileid aus und versprach Hilfe. Er ging aber mit keinem Wort auf die Atomprobleme in Japan und die eigenen ehrgeizigen Pläne zum Ausbau der Kernenergie ein.

Einige der knapp 3000 Delegierten betonten aber auf Fragen der Nachrichtenagentur dpa, China müsse aus den Problemen in Japan lernen und sollte die Sicherheit von Kernkraftwerken verbessern.

(sda)

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