China will Frieden mit Taiwan
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China will Frieden mit Taiwan

Nach dem Sieg des vergleichsweise Peking- freundlichen Oppositionskandidaten Ma Ying-jeou bei der Präsidentschaftswahl in Taiwan strebt China ein Friedensabkommen mit der Insel an.

Er wolle mit Taiwan über wichtige Themen beraten, darunter die Schaffung engerer Kontakte und ein Ende der «Feindseligkeiten» durch die Einigung auf ein Friedensabkommen, sagte der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao am Montag laut der Website des staatlichen Radiosenders.

Er wolle mit Taiwan ausserdem über direkte Transport-, Handels- und Postverbindungen reden, erklärte Wen. Die Gespräche sollen auf der Basis eines Konsenses stattfinden, den Peking und Taipeh 1992 gefunden hatten. Demzufolge akzeptieren beide Seiten, dass es nur «ein China» gibt, interpretieren es aber jeder auf seine Weise.

Ma von der Kuomintang-Partei (KMT), der Ende März die Präsidentschaftswahl gewonnen hatte, verficht im Gegensatz zu seinem Vorgänger Chen Shui-bian eine gemässigtere Politik gegenüber Peking. Er hatte bessere Beziehungen zur Volksrepublik während seiner Amtszeit versprochen.

Taiwan hatte sich 1949 nach einem Bürgerkrieg von China abgespalten und eine marktwirtschaftliche Ordnung aufgebaut. Die kommunistische Volksrepublik China erkannte die Republik China, wie Taiwan sich nennt, nie als Staat an.

Auch international erkennen nur wenige Staaten Taiwan an. In der Vergangenheit hatte Peking gedroht, sein Ziel einer Wiedervereinigung notfalls mit militärischen Mitteln zu verfolgen.

(sda)

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