Aktualisiert 06.03.2010 20:31

YuanChina will Landeswährung aufwerten

Die USA und andere Länder halten die chinesische Währung für unterbewertet. Sie werfen China vor, seine Produkte damit auf Kosten der Konkurrenz auf den Weltmarkt zu drücken.

Die Regierung in Peking werde ihre spezielle Yuan-Politik letztendlich aufgeben müssen, sagte Zentralbankchef Zhou Xiaochuan am Samstag. Einen Zeitpunkt nannte er jedoch nicht. China hatte den Yuan Mitte 2008 an den Dollar gekoppelt, um angesichts der schweren weltweiten Rezession seine Exportwirtschaft zu stützen.

Die Exporte Chinas sind im vergangenen Jahr um 16 Prozent eingebrochen. Nach den Worten von Handelsminister Chen Deming könnte es noch zwei bis drei Jahre dauern, bis die Ausfuhren des kommunistischen Landes wieder Vor-Krisen-Niveau erreicht haben werden.

Yuan-Politik «bewährt»

Die Yuan-Politik Chinas und andere Stützungsmassnahmen hätten sich bewährt und zur Erholung nicht nur der chinesischen Wirtschaft sondern auch der weltweiten Konjunktur beigetragen, betonte Zhou nun am Rande der jährlichen Versammlung des Volkskongresses.

«Es stellt sich aber früher oder später die Frage, wie man diese Politik wieder aufgibt.» Der Zeitpunkt für einen Abkehr von den Konjunkturhilfen müsse mit grosser Umsicht gewählt werden, betonte der Notenbankchef.

US-Dollar «extrem wichtige» Währung

Zugleich unterstrich er die Bedeutung eines starken Dollar für die Weltwirtschaft. «Der US-Dollar ist immer noch eine extrem wichtige Währung», sagte Zhou. Er spiele eine Schlüsselrolle bei den internationalen Handels- und Kapitalströmen.

China hat rund zwei Drittel seiner Devisenreserven im Volumen von 2,4 Billionen Dollar in Dollar bewerteten Vermögenswerten angelegt. Vergangenes Jahr hatte das kommunistische Land bereits öffentlich Sorge über die Sicherheit dieser Reserven geäussert.

Zugleich hat China jedoch auch wiederholt die Rolle des Dollar als Leitwährung infrage gestellt. Zhou selbst hatte vergangenes Jahr eine umfassende Reform des internationalen Währungssystems und langfristig eine Ablösung des Dollar als weltweite Leitwährung gefordert. An den Märkten hatten diese Aussagen für Aufruhr gesorgt.

(sda)

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