Tibet: China will mit Vertretern des Dalai Lama verhandeln
Aktualisiert

TibetChina will mit Vertretern des Dalai Lama verhandeln

China wird in «naher Zukunft» erneut mit Vertretern des Dalai Lama verhandeln. Ein genaues Datum oder der Ort der Gespräche wurden nicht genannt.

Das berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch unter Berufung auf das Aussenministerium.

Die Ankündigung kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: Der Dalai Lama hatte am Wochenende erklärt, er habe keine Hoffnung mehr auf Fortschritte in den Verhandlungen mit Peking. Am Dienstag berief das geistliche Oberhaupt der tibetischen Buddhisten an seinem Exilort im nordindischen Dharamsala ein Sondertreffen von Exiltibetern ein, um über die Verhandlungen mit China zu beraten.

Die Gespräche waren zuletzt nach den antichinesischen Unruhen im März und der anschliessenden Niederschlagung der Proteste aufgenommen worden. Die ersten Verhandlungen vor den Olympischen Spielen führten jedoch nicht zu konkreten Ergebnissen.

Der Dalai Lama fordert eine weitgehende kulturelle und religiöse Autonomie für Tibet, jedoch nicht die Unabhängigkeit, wie ihm Peking immer wieder vorwirft. Die meisten Tibeter unterstützen seinen bisherigen Kurs, allein der Tibetische Jugendkongress stellt weitgehendere Forderungen. Tibet wurde in den 1950er-Jahren von China besetzt, seit 1959 lebt der Dalai Lama in indischen Exil. (dapd)

Deine Meinung