Aktualisiert 06.01.2012 20:08

Böse Geister vertreiben

Chinas Angst vor dem Briefmarken-Lecken

Zum Jahr des Drachen sorgt die chinesische Post für Wirbel. Auf neuen Briefmarken stellt sie das Fabeltier nicht liebenswert oder sympathisch dar - sondern in den Augen vieler viel zu aggressiv.

Erinnert an einen Supermario-Bösewicht: Der Drache auf den neuen Briefmarken der chinesischen Post.

Erinnert an einen Supermario-Bösewicht: Der Drache auf den neuen Briefmarken der chinesischen Post.

Eine Briefmarke, die von der chinesischen Post zum Jahr des Drachen herausgegeben wurde, ist bei der Bloggergemeinde auf heftige Kritik gestossen. Viele hielten das zähnebleckende Fabelwesen mit ausgefahrenen Krallen für zu aggressiv.

«Der chinesische Drachen sollte ein liebenswerter Sympathieträger sein. Warum ist er so grimmig ausgefallen?», schrieb ein Blogger namens «YFY Laoyu» am Freitag, einen Tag, nachdem die Marke in den Verkauf kam. Das Jahr des Drachen beginnt am 23. Januar.

«Fast zu Tode erschreckt»

Die Historikerin Zhang Yihe, deren Bücher in China auf dem Index stehen, schrieb, die Briefmarke habe sie «fast zu Tode erschreckt». Ein anderer Blogger kritisierte, es sei «nicht zu erkennen, ob der Drache Glück oder Unheil bringen» werde. Andere Internetnutzer dagegen vertraten die Auffassung, wegen einer Briefmarke sollte nicht so viel Aufhebens gemacht werden. Es gebe halt viele Drachen - «majestätische und feierliche, lebendige und interessante».

Briefmarkengestalter Chen Shaohua verteidigte sein Design im Internet. Er habe sich an einer alten Marke aus dem Jahr 1898 orientiert, die von der Kleidung des damaligen Kaisers inspiriert gewesen sei. «Der Drachen ist der Gott der Tierkreiszeichen, und der Gott lässt sich nicht leicht ändern. Drachen können böse Geister vertreiben und Unglücke verhindern. Um das auszudrücken, bedarf es eines starken Bildes», erklärte er. (sda)

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