Aktualisiert 04.07.2017 12:11

TEB-1

Chinas Anti-Stau-Bus fährt erstmals über Autos

Von vielen wurde das Konzept belächelt, nun hat ein Konstrukteur ernst gemacht. Der Bus, der über den Verkehr schweben kann, ist Realität.

von
jcg
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Am 2. August wurde der Transit Elevated Bus (TEB-1) im nordchinesischen Qinhuangdao erstmals der Presse vorgestellt.

Am 2. August wurde der Transit Elevated Bus (TEB-1) im nordchinesischen Qinhuangdao erstmals der Presse vorgestellt.

AP/luo Xiaoguang
Er überspannt zwei Fahrspuren und kann über den Verkehr unter ihm hinwegfahren. 300 Menschen haben Platz an Bord.

Er überspannt zwei Fahrspuren und kann über den Verkehr unter ihm hinwegfahren. 300 Menschen haben Platz an Bord.

AP/luo Xiaoguang
Der Bus hat 16 Räder und ist 22 Meter lang. Er fährt auf Schienen. Total vier Module sollen gekoppelt werden können.

Der Bus hat 16 Räder und ist 22 Meter lang. Er fährt auf Schienen. Total vier Module sollen gekoppelt werden können.

AP/luo Xiaoguang

Der Transit Elevated Bus 1 (TEB-1) soll in Chinas chronisch überfüllten Städten für eine Pendler-Revolution sorgen. Statt im Stau zu stehen, soll er darüber hinweg schweben. Das Konzept wurde am Dienstag mit einem funktionstüchtigen Prototyp das erste Mal getestet.

Der Elektrobus überspannt zwei Fahrspuren. Der Verkehr soll darunter normal verkehren können. Für Lastwagen dürfte es allerdings von der Höhe her knapp werden. Der TEB-1 ist 22 Meter lang, 7,8 Meter breit und 4,8 Meter hoch. 300 Passagiere sollen darin Platz finden.

Kurze Teststrecke

Vorgestellt wurde der Bus auf einem 300 Meter langen Stück Strasse im nordchinesischen Qinhuangdao in der Provinz Hebei. Während er auf der Testfahrt noch im Schneckentempo unterwegs war, soll der TEB-1 in seiner endgültigen Version 60 km/h schaffen.

Das Konzept, das bereits 2010 durch die Medien geisterte, wurde Ende Mai an der 19. Internationalen Hightech-Messe in Peking offiziell vorgestellt. Dort hiess es, dass bis zu vier einzelne Busse gekoppelt werden könnten und so Platz für rund 1200 Passagiere bieten sollen.

Eher ein Tram

Wie gut das Gefährt um Kurven oder über Kreuzungen kommt, werden weitere Test zeigen müssen. Die Teststrecke in Qinhuangdao ging nur geradeaus. Zudem müssen für den 16-rädrigen Bus Schienen verlegt werden – was ihn eigentlich mehr zu einem Riesentram macht.

Trotz dieser Hürden, die es noch zu überwinden gilt, ist man in China zuversichtlich, dass der TEB noch in diesem Jahr seinen Betrieb aufnehmen wird. Laut chinesischen Medien gebe es auch schon Interessenten aus Brasilien, Frankreich, Indien und Indonesien.

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