Serienmörder: Chinas «Jack the Ripper» nach 28 Jahren gefasst
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SerienmörderChinas «Jack the Ripper» nach 28 Jahren gefasst

In Nordchina hat ein Serienmörder elf junge Frauen missbraucht und getötet. Jahrelang hatte die Polizei keine Spur – bis ein Verwandter des Killers kriminell wurde.

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Gao Chengyong (52) hat gestanden, zwischen 1988 und 2002 elf Frauen ermordet zu haben. (Screenshot: Gansu Daily)

Gao Chengyong (52) hat gestanden, zwischen 1988 und 2002 elf Frauen ermordet zu haben. (Screenshot: Gansu Daily)

Die Polizei von Baiyin in der nordchinesischen Provinz Gansu hat nach jahrelangen Ermittlungen einen Mörder gefasst, der zwischen 1988 und 2002 elf Frauen und Mädchen entführt, misshandelt und getötet hat – darunter ein achtjähriges Mädchen. Gao Chengyong, 52 Jahre alt, verheiratet und Vater zweier erwachsener Söhne, sitzt seit Freitag in Untersuchungshaft.

Wie «China Daily» berichtet, ging Gao immer nach dem gleichen Muster vor: Er verfolgte rot gekleidete junge Frauen nach Hause, vergewaltigte sie und brachte sie später um. Die Opfer lebten in den meisten Fällen allein. Weil er ihnen oft die Geschlechtsorgane verstümmelte, gaben ihm chinesische Medien den Übernamen «Jack the Ripper».

«Ein Perverser, der Frauen hasst»

Sein erstes Opfer war eine 23-jährige Frau, die mit 26 Wunden und teils verstümmelt aufgefunden wurde. Das war im Jahr 1988, als sein erstes Kind zur Welt kam. Es folgten weitere Morde, und bald herrschte in Baiyin derart grosse Panik unter den Frauen, dass sich viele nur noch in Begleitung von Verwandten aus dem Haus trauten.

Im Jahr 2002 hörten die Morde auf. Doch die Polizei ermittelte weiter: 2004 beschrieb sie den Täter als «einen Perversen, der Frauen hasst». Der Mörder sei zudem «asozial, aber geduldig». Damals setzten die Behörden eine Belohnung von umgerechnet rund 30'000 Franken für Informationen über den Serienmörder aus.

Täter ist geständig

Erst kürzlich rollten die Ermittler den Fall wieder auf und wendeten neue Technologien zur DNA-Analyse an. Dabei stiessen sie auf den Onkel von Gao, der wegen einer Bagatelle festgenommen worden war. Mithilfe einer DNA-Probe des Mannes stellten die Beamten eine Verbindung zu den Serienmorden her: Beim Mörder musste es sich um einen Verwandten des Festgenommenen handeln.

Bei seiner ersten Einvernahme gestand Gao seine Taten.

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