Abkühlung: Chinas Wachstum verliert weiter an Schwung

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AbkühlungChinas Wachstum verliert weiter an Schwung

Das Wachstum der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt hat im zweiten Quartal dieses Jahres «nur» noch um 7,5 Prozent zugelegt. Damit bestätigt sich ein Trend, der schon einige Monate andauert.

Weniger Importe und Exporte: Chinas Wirtschaft will nicht so richtig in die Gänge kommen. Auch am Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Schantung.

Weniger Importe und Exporte: Chinas Wirtschaft will nicht so richtig in die Gänge kommen. Auch am Hafen von Qingdao in der ostchinesischen Provinz Schantung.

Das chinesische Wirtschaftswachstum ist auf den tiefsten Stand seit 1991 gefallen. Das Plus betrug im abgelaufenen Quartal 7,5 Prozent. Das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als in den ersten drei Monaten des Jahres, wie das Statistikamt in Peking am Montag mitteilte. Abgeschwächt haben sich demnach die Industrieproduktion, die Investitionstätigkeit sowie weitere wichtige Indikatoren.

Es ist das fünfte Quartal in Folge, in dem sich die Konjunktur der weltweit zweitgrössten Wirtschaftsmacht abschwächt. «Das ist ein gefährliches Zeichen», sagte der Analyst von IHS Global Insight, Xianfang Ren, der Nachrichtenagentur AP in Peking.

Als Ziel für das Gesamtjahr 2013 hat die neue kommunistische Führung ein Wirtschaftswachstum von 7,5 Prozent ausgegeben. Die jüngste Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) sagt dem Land ein Konjunkturplus von 7,8 Prozent voraus. Im April hatte die IWF-Schätzung aber noch bei 8,1 Prozent gelegen.

Auswirkungen auf die ganze Welt

Die abgekühlte chinesische Konjunktur hat merkliche Auswirkungen auf den Rest der Welt. So haben sich etwa die Preise für wichtige Rohstoffe wie Eisenerz zuletzt abgeschwächt. Auch die deutsche Exportindustrie, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist, muss sich womöglich auf weniger starke Zuwächse einstellen als zuletzt.

Statistikamt-Sprecher Sheng Laiyuan sagte in Peking: «Die grossen Indikatoren sind in dem von uns angestrebten Bereich, aber wir haben es mit einer komplexen Lage zu tun.» Vorrangiges Ziel sei es, «Restrukturierung zu fördern» und mehr aus der «treibenden Kraft» des Marktes zu machen.

Die chinesische Regierung geht derzeit gegen einen Kredit-Boom vor und hat auch eine Reihe von Reformen angekündigt. Sie strebt ein nachhaltigeres, vom heimischen Konsum angetriebenes Wachstum an statt eines durch aggressive Exporte und Investitionen. (sda)

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