Zensur: Chinesen müssen einmal mehr klicken
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ZensurChinesen müssen einmal mehr klicken

Google gibt dem Druck der Regierung in Peking nach und leitet chinesische Internet-Nutzer nicht mehr automatisch auf eine unzensierte Webseite um.

Der Suchmaschinen-Betreiber fürchtet nach Angaben vom Dienstag, dass die Behörden andernfalls seine Geschäftslizenz in China nicht erneuern und die Seite google.cn bereits am Mittwoch abschalten - dann nämlich läuft die alte Lizenz zum Betrieb der Seite aus.Google bietet nun unter google.cn eine Seite an, von der sich Nutzer selbst auf die unzensierte Seite weiterklicken können. Dort ist das Google-Logo zu sehen mit dem üblichen Feld für Suchanfragen - sobald Nutzer hier jedoch etwas eingeben wollen, erfolgt die Umleitung nach Hongkong.

«Generell bedeutet dieser Schritt, dass wir die Websuche weiterhin unzensiert anbieten werden, da wir den Nutzern im Festland China die Wahl geben, über google.cn Dienste, die nicht der Zensur unterliegen wie die Musiksuche oder Google Translate, auf der google.cn Seite durchzuführen oder für die Websuche die Hongkong-Seite anzuwählen», sagte Google-Sprecher Kay Oberbeck. Der jetzt gewählten Schritt folge eindeutig Googles Bekenntnis zu einer nicht-zensierten Suche. «Wir sind davon überzeugt, dass wir mit diesem Ansatz unseren Prinzipien treu bleiben, dass er konsistent mit der Sicht der Regierung auf die Gesetzeslage ist und dass damit das Bestehen der Seite google.cn gewährleistet wird.»

Der Suchmaschinen-Betreiber hatte Anfang des Jahres angekündigt, sich nicht mehr an der Internet-Zensur in China zu beteiligen und sich notfalls ganz aus dem Land zurückzuziehen. China verlangte von Google, politisch heikle Begriffe und Bilder bei der Suche zu blockieren. Daraufhin lenkte Google die Besucher seiner chinesischen Seite automatisch auf die unzensierte Hongkonger Seite um.

Update 9.7.: China hat die Lizenz für Google erneuert. Google werde Nutzern in China auch weiter Suchergebnisse und andere Dienstleistungen anbieten können, erklärte der Konzern. Das chinesische Informationsministerium äusserte sich zunächst nicht. (sda)

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