Bern: Chinesen operieren mit Berner Software
Aktualisiert

BernChinesen operieren mit Berner Software

Forscher der Uni Bern können einen grossen Erfolg verbuchen: Ihre neue GPS-Navigation für Leberoperationen wird nun in China angewandt.

von
Philippe Probst
Leberoperationen werden heute am Computer vorbereitet. Foto: mevis

Leberoperationen werden heute am Computer vorbereitet. Foto: mevis

Das grösste Leberzentrum der Welt steht in Schanghai. Internationale Spezialisten führen dort jährlich über 5000 Leberoperationen durch. Jetzt testen sie eine neuartige Operations-Software der Berner Firma CAS­cination AG: das Leber-Navigationssystem. Das von Berner Forschern um Professor Stefan Weber zusammen mit Spezialisten des Fraunhofer-Instituts für bildgestützte Medizin Mevis in Bremen entwickelte GPS ermöglicht es dem Operateur, den Weg seiner Schnittführung vom Computer dirigieren zu lassen, nachdem die OP zuvor am Bildschirm dreidimensional simuliert wurde. Dadurch können die Risiken bei schwierigen Operationen minimiert werden. Die Position des chirurgischen Instruments wird während der Operation laufend auf einen Bildschirm übertragen.

Dass sich jetzt die Chinesen dafür interessieren, gibt dem Leber-GPS einen gewaltigen Schub. «Die grosse Anzahl und Bandbreite der leberchirurgischen Fälle ermöglichen es, in relativ kurzer Zeit eine klinische Evaluierung der Navigationsunterstützung durchzuführen», fasst Professor Stefan Weber die Zusammenarbeit mit den Chinesen zusammen. So könne das Leber-GPS schnell weiterentwickelt werden.

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