Wunder-Serum: Chinesen töten Millionen Esel für Jugend-Elixier
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Wunder-SerumChinesen töten Millionen Esel für Jugend-Elixier

In China werden jährlich Millionen Esel gezüchtet und geschlachtet — um aus ihrer Haut ein Serum zu gewinnen, das die Menschen jung halten soll.

von
vbi
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In China ist Ejiao ein Verkaufshit. Das Serum wird aus der Haut von Eseln gewonnen.

In China ist Ejiao ein Verkaufshit. Das Serum wird aus der Haut von Eseln gewonnen.

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Unterschiedliche Produkte enthalten das Serum, das die Chinesen jung und schön machen soll.

Unterschiedliche Produkte enthalten das Serum, das die Chinesen jung und schön machen soll.

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Chinesen geben für Ejiao-Produkte bis zu 270 Franken im Monat aus.

Chinesen geben für Ejiao-Produkte bis zu 270 Franken im Monat aus.

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«Kaufen Sie Ejiao, es wird Sie jung und schön halten», verspricht eine chinesische Werbekampagne. Um das Serum für das Mittel zu gewinnen, werden auf riesigen Esel-Farmen jährlich Millionen Tiere gezüchtet und geschlachtet.

Aus ihrer Haut wird Gelatine gewonnen, die ein wesentlicher Bestandteil des Heilmittels Ejiao ist. Das Produkt gilt in der traditionellen chinesischen Medizin als Jugendelixier. Wie «Daily Mail» schreibt, ist der Ort Dong'e im Norden Chinas das Epizentrum einer Milliarden-Industrie.

«Unsere einzige Sorge ist, dass es bald keine Esel mehr gibt»

Dass Ejiao eine Wirkung hat, ist medizinisch nicht nachgewiesen. Trotzdem rühmt sich der Chef der grössten Ejiao-Fabrik damit, dass er letztes Jahr Ejiao-Produkte für rund 200 Millionen Schweizer Franken verkauft habe. Neben Snacks gibt es Puder oder Gesichtscreme.

Vier Millionen Esel mussten letztes Jahr ihr Leben lassen, um die Nachfrage nach Ejiao zu decken. «Unsere einzige Sorge ist, dass es bald keine Esel mehr gibt, die wir töten können», so der Chef. Denn die Nachfrage nach dem Serum steigt.

China züchtet schneller wachsende Esel

Während Esel lange Zeit als Symbole für Frieden und Menschlichkeit gefeiert wurden, werden sie mittlerweile weltweit mit einer industriellen Gefühllosigkeit geopfert. Allein in China soll gemäss den Recherchen von «Daily Mail» die halbe Esel-Population ausgelöscht worden sein.

Ranger schützen letzte Berggorillas

Im Virunga-Nationalpark im Osten der Demokratischen Republik Kongo kümmern sich schwer bewaffnete Ranger um die vom Aussterben bedrohten Berggorillas. Wilderer töten hier immer wieder Alttiere, um ihre Babys nach China zu verkaufen.

Um dem Problem der fehlenden Tiere beizukommen, importieren chinesische Fabriken immer mehr Esel aus anderen Ländern und Kontinenten. Etwa aus Afrika, Südamerika oder dem Mittleren Osten. Zudem werden in China Eselrassen gezüchtet, welche schneller wachsen.

Der Wert eines Esels hat sich verfünffacht

Mike Baker von der britischen Tierschutzorganisation Donkey Sanctuary sagt: «Wir sehen eine unglaublich grosse Nachfrage. Alleine in Afrika geht es um Millionen.» So wurden beispielsweise in Burkina Faso letztes Jahr 65'000 Esel illegal getötet, obwohl der Handel verboten wurde.

Auch aus Südafrika kommen Kisten voller Eselhäute in China an. Der Wert der Haut habe sich in den letzten Jahren verfünffacht. Bis zu 350 Franken können Händler illegal an einem toten Esel verdienen.

Hinter dem Serum steht ein grosser Propagandaapparat

Für das Produkt würden Chinesen pro Monat bis zu 270 Franken zahlen. Denn das Serum soll Männer noch männlicher machen und Frauen schöner. Der Verkauf von Ejiao schnellte nach einer nationalen TV-Werbekampagne 2010 in die Höhe.

Hinter dem Serum steht ein grosser Propagandaapparat. Jahrhundertelang wurde Ejiao exklusiv für die königliche Familie hergestellt, dann für Mao und die kommunistische Elite. Nun wird die chinesische Mittelklasse damit umworben. Und solange die Nachfrage anhält, wird das Eselschlachten nicht aufhören.

Neben Esel werden in China auch andere Tiere ausgebeutet. Klicken Sie sich durch die Bildergalerie.

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Schlagen werden in China getrocknet und als Pulver und Pillen verkauft. In der traditionellen Medizin Chinas werden seit jeher Tierpräparate für die Herstellung von Arzneien verwendet. (Symbolbild)

Schlagen werden in China getrocknet und als Pulver und Pillen verkauft. In der traditionellen Medizin Chinas werden seit jeher Tierpräparate für die Herstellung von Arzneien verwendet. (Symbolbild)

AP/Eugene Hoshiko
Im Jahr 2001 vermeldete eine Chinesische Nachrichtenagentur, dass chinesische Wissenschaftler in Kakerlaken eine Substanz entdeckt hätten, mit der sich die Immunschwaechekrankheit Aids behandeln lasse.

Im Jahr 2001 vermeldete eine Chinesische Nachrichtenagentur, dass chinesische Wissenschaftler in Kakerlaken eine Substanz entdeckt hätten, mit der sich die Immunschwaechekrankheit Aids behandeln lasse.

Keystone/str
Auch Haifischen wird in der traditionellen chinesischen Medizin eine heilende Wirkung zugesagt. (Symbolbild)

Auch Haifischen wird in der traditionellen chinesischen Medizin eine heilende Wirkung zugesagt. (Symbolbild)

AP/Schalk van Zuydam

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