Brain-Gain: Chinesinnen erobern das Schweizer Kader
Aktualisiert

Brain-GainChinesinnen erobern das Schweizer Kader

Der Nachwuchs an Schweizer
Topmanagerinnen ist zu knapp. Künftig wird man vermehrt Frauen aus China in den oberen Etagen von Schweizer Unternehmen sehen.

von
Leo Hug
Weibliche Topmanagerinnen: Jill Lee, Sulzer (links), Ying Yeh, ABB (mitte), Wan Ling Martello Nestle (rechts).

Weibliche Topmanagerinnen: Jill Lee, Sulzer (links), Ying Yeh, ABB (mitte), Wan Ling Martello Nestle (rechts).

Frauen sind in den Führungsetagen untervertreten. Doch wer ernsthaft Topmanagerinnen sucht, hat schnell ein Problem. «In Österreich, der Schweiz und in Deutschland fehlt es an Frauen, die Managerinnen werden wollen und es auch langfristig durchziehen», so Guido Schilling von der gleichnamigen Headhunterfirma. Soll der Frauenanteil ausgebaut werden, kommt man nicht darum herum, sich in ferneren Ländern umzusehen. Schon jetzt gibt es bei den grössten 100 Unternehmen der Schweiz vier Chinesinnen. Neustes Beispiel: Ling Martello bei Nestlé . «Wir stehen am Anfang eines richtiggehenden Trends», meint der Topjobs-Vermittler Bjørn Johansson. «China ist bald unser wichtigster Markt zusammen mit Indien und Brasilien. Schon in den kommenden Monaten wird man bei Schweizer Firmen weitere Namen aus China sehen.» Die Suche nach Spitzenkräften aus dem Reich der Mitte werde sich nicht nur auf die Führungsetagen beschränken, sondern auch die Spezialistenebene erfassen, behauptet Johansson.

Klare Vorstellungen über die Entwicklung hat auch Nanno de Vries, Chairman China beim Consulting-Unternehmen Amrop. «Zurzeit hat China selbst noch ein Rekrutierungsproblem. Doch in drei bis fünf Jahren werden chinesische Frauen unaufhaltsam in die Führungsetagen europäischer Konzerne einziehen.»

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