Aktualisiert 18.05.2008 16:09

Chinesische Polizistin stillt acht Babys

Katastrophenhilfe der besonderen Art leistet eine Polizistin im chinesischen Erdbebengebiet: Die 29-jährige Jiang Xiaojuan stillt acht Babys von Flüchtlingen und aus Waisenhäusern.

Das berichtete eine Lokalzeitung in der Stadt Chengdu. Die Polizistin hat demnach vor kurzer Zeit selbst ein Kind zur Welt gebracht. Die Frau aus der Stadt Jiangyou habe drei Säuglinge von Frauen gestillt, die wegen des Schocks keine Milch mehr geben konnten und deren Kinder kein Milchpulver vertrugen. Sie gab den Angaben zufolge auch fünf Babys die Brust, die aus den Trümmern gerettet wurden und nun in Waisenhäusern leben.

Um 8.28 steht China still

Die chinesische Regierung hat unterdessen am Sonntag eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des verheerenden Erdbebens ausgerufen und den olympischen Fackellauf ausgesetzt. Der Staatsrat in Peking erklärte, die Trauerperiode werde am Montag beginnen. Um 08.28 Uhr MESZ, genau eine Woche nach dem Beben, wird eine Schweigeminute für die mehr als 32 000 Todesopfer eingehalten.

Alle Landesflaggen im Inland und an den chinesischen Vertretungen im Ausland sollten auf Halbmast wehen, erklärte der Staatsrat weiter. Kurz danach sollten im ganzen Land die Sirenen heulen. Die Organisatoren vom chinesischen Olympischen Komitee erklärten in einer Stellungnahme, man wolle mit der Unterbrechung des Fackellaufs die tiefe Trauer um die Opfer des Erdbebens ausdrücken.

Hoffnung auf Überlebende schwindet

Im Katastrophengebiet schwinden unterdessen die Hoffnungen auf die Rettung Verschütteter. Die Aufräummannschaften konzentrierten sich zunehmend auf die Bergung von Toten, um dem Ausbruch von Seuchen vorzubeugen. Die Zahl der Toten stieg mittlerweile auf 32 477, insgesamt werden aber 50 000 Tote befürchtet. Mehr als 220 000 Menschen sind beim Beben der Stärke 7,9 am vergangenen Montag verletzt worden.

(SDA/AP)

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