Grindelwald: Chinesische Skilehrer im Oberland sind Geschichte
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GrindelwaldChinesische Skilehrer im Oberland sind Geschichte

Projekt abgebrochen: Weil die Nachfrage nicht gross genug war, werden in diesem Winter keine chinesischen Skilehrer mehr engagiert.

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nc
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Seit Dezember 2013 war Zhongxing Xu in Grindelwald als Skilehrer tätig. Der damals 26-Jährige war einer der acht Chinesen, die Schweiz Tourismus für die Wintersaison als Skilehrer engagiert hatte.

Seit Dezember 2013 war Zhongxing Xu in Grindelwald als Skilehrer tätig. Der damals 26-Jährige war einer der acht Chinesen, die Schweiz Tourismus für die Wintersaison als Skilehrer engagiert hatte.

Christoph Albrecht
Er und seine chinesischen Kollegen sollten noch mehr asiatische Touristen in die Schweizer Alpen locken.

Er und seine chinesischen Kollegen sollten noch mehr asiatische Touristen in die Schweizer Alpen locken.

Christoph Albrecht
Unter wohlhabenden Chinesen gehört es zum guten Ton, in der Schweiz die Skiferien zu verbringen. Am liebsten werden sie dabei von Landsleuten betreut.

Unter wohlhabenden Chinesen gehört es zum guten Ton, in der Schweiz die Skiferien zu verbringen. Am liebsten werden sie dabei von Landsleuten betreut.

Christoph Albrecht

Im September 2013 kamen acht chinesische Skilehrer in die Schweiz, um ihren Landsleuten beizubringen, wie man richtig die Piste herunterkurvt. Zwei Jahre später wird nun das Projekt im Berner Oberland abgebrochen. «Wir haben sehr schnell Grenzen gesehen», sagt Simon Bosshart von Schweiz Tourismus gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Zwar sei die Nachfrage gestiegen, trotzdem seien die Skilehrer zu wenig ausgelastet gewesen. In der ersten Saison wurden sie während 391 Stunden gebucht, was etwa einer Vollzeitstelle entspricht. Im zweiten Jahr hat sich die Auslastung verdoppelt.

Zu wenig Flexibilität

Weiter sei das System zu wenig flexibel gewesen. Die Lehrer arbeiteten alle fix an einem Ort. Wollten mehrere Chinesen am gleichen Ort Skifahren lernen, war nur ein Lehrer verfügbar, während seine Kollegen in anderen Skigebieten beschäftigt werden mussten.

Doch ganz auf Unterricht in ihrer Landessprache müssen chinesische Touristen nicht verzichten. Schweiz Tourismus hat einen Pool mit 30 Personen aus der Schweiz rekrutiert, die künftig die Chinesen unterrichten. Davon ist sind ein Drittel patentierte Skilehrer, die chinesisch sprechen. 20 Personen werden mit ihren Fremdsprachenkenntnisse hiesige Skilehrer unterstützen. Dies verursacht Zusatzkosten, für welche die Skigebiete aufkommen müssen. Für sie hat das ganze aber auch den Vorteil, dass sie keine Skilehrer fix anstellen müssen. Einen Nachteil hat das Projekt womöglich aber für spontane Chinesen: Es dürfte schwieriger werden, einen Skilehrer zu bekommen.

Grosses Aufsehen

Das Projekt mit den asiatischen Skilehrern hatte schweizweit für Aufsehen gesorgt. Einer von ihnen war der damals 26-jährige Zhongxing Xu, der von Grindelwald aus seinen Landsleuten die Jungfrauregion schmackhaft machen sollte.

Das tun drei chinesische Skilehrer nun in ihrer Heimat: Sie haben laut «Tages-Anzeiger» dort in Kooperation mit Swiss Snowsports Skischulen gegründet, wo sie ihren Landsleuten die Botschaft übermitteln, das Stemmbogen üben in China zwar gut gehe, das höchste der Gefühle aber Skifahren in der Schweiz sei.

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