12.09.2020 04:23

Covid 19Chinesische Virologin ist sich sicher, dass Virus aus Labor stammt

Aus Angst war Dr. Li-Meng Yan im April in die USA geflogen, nachdem sie zum Coronavirus geforscht hatte. In einem Interview sagt sie nun, dass sie beweisen werde, dass das Virus von Menschenhand sei.

von
Yasmin Rosner

Darum gehts

  • Eine Forscherin aus China will Beweise haben, dass das Virus im Labor entstanden ist.
  • Derzeit wird davon ausgegangen, dass es auf einem Markt den Weg vom Tier zum Menschen gefunden hat.
  • Die Whistleblowerin ist im April aus Angst vor China von Hongkong in die USA geflohen.

«Es kommt aus dem Labor in Wuhan», sagt Dr. Li-Meng Yan in einem am Freitag ausgestrahlten Interview mit dem britischen Fernsehprogramm «Loose Women» auf ITV. Die chinesische Forscherin meint damit das neuartige Coronavirus, das die Welt seit Monaten in Atem hält. Yan habe Beweise, dass das Virus nicht natürlichen Ursprungs sei und demnach nicht auf einem Markt in Wuhan von einem Tier auf den Menschen übertragen worden sei. Die Informationen habe sie von lokalen Ärzten und vom chinesischen Zentrum für Seuchenprävention CDC.

Das Labor, in dem das Virus entstanden sei, werde von der chinesischen Regierung kontrolliert, sagt sie weiter. Es handle sich hier also um eine Vertuschungsaktion der Behörden, so Yan.

Aus Angst geflohen

Yan habe selbst über Covid 19 geforscht. Von einem Vorgesetzten sei sie Ende letzten Jahres gebeten worden, über ein Sars-ähnliches Virus in Wuhan zu forschen. Als sie dann erkannt habe, dass sich das Virus exponentiell verbreite, sei ihr gesagt worden, sich ruhig und vorsichtig zu verhalten. Ihre Arbeiten wurde sistiert. Ihr Vorgesetzter habe gesagt: «Wir werden Ärger bekommen, wir werden verschwinden.»

Gemäss der Forscherin hätten die chinesischen Behörden dann versucht, sie in der Öffentlichkeit schlecht zu machen, sie hätten Gerüchte über sie verbreitet. «Sie sagten, dass ich eine Lügnerin sei, dass ich nichts wisse und im Labor nur einen Hamster getötet habe.»

Dr. Li-Meng Yan habe sich deshalb entschieden, Ende April Hongkong zu verlassen und in die USA zu fliehen. Seither hält sie sich an einem unbekannten Ort auf. Über ihre Flucht sprach sie schon vor einigen Wochen, wo sie ebenfalls über ihren Verdacht sprach. Nun wolle sie die Beweise liefern. Ihr Ziel: «Ich möchte die Wahrheit über Covid verbreiten.» Wenn sie in Hongkong darüber gesprochen hätte, dann wäre sie in dem Moment verschwunden, in dem sie ihren Mund aufgemacht hätte. Darum sei sie geflohen, denn sie wisse, wie China mit Whistleblowern umgehe.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.