Alibaba-Börsengang: Chinesischer Internetriese ist abergläubisch
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Alibaba-BörsengangChinesischer Internetriese ist abergläubisch

Chinas E-Commerce-Riese Alibaba überlässt nichts dem Zufall: Der Konzern will am 8. August an die Börse – weil das chinesische Wort für «acht »ähnlich wie das für «Glück» klingt.

von
cbe

Alibaba setzt für seinen Anfang Mai angekündigten Eintritt in den US-Börsenhandel offenbar nicht nur auf seine wirtschaftliche Stärke, sondern auch auf den in China tief verwurzelten Glauben an die Kraft von Worten: Wie Bloomberg mit Verweis auf «informierte Personen» berichtet, will die chinesische Antwort auf Amazon den Handel mit Wertpapieren im US-Markt am 8. August lancieren.

Das chinesische Wort für «acht» (ba) klingt ähnlich wie das Wort für «Glück» (fa). Laut den Insidern, auf die sich Bloomberg beruft, sehen die beiden Alibaba-Gründer Jack Ma und Joe Tsai den 8. August deshalb als glücksverheissendes Datum für den Börsengang an. Aus demselben Grund hofft der Konzern auch darauf, an der US-Börse die Abkürzung «BABA» als Tickersymbol zugeteilt zu bekommen.

Erlös von einer Milliarde

Alibaba ist der grösste Internet-Einzelhandelskonzern der Welt und betreibt in China das wichtigste Online-Auktionshaus Taobao. Auf Taobao laufen in China 90 Prozent der Privatverkäufe unter Verbrauchern.

Der Konzern strebt bei seinem mit Spannung erwarteten Börsengang einen Erlös von mindestens einer Milliarde US-Dollar (874 Millionen Franken) an. Damit wird der Börsengang der grösste seit dem vergangenen Herbst, als der Kurznachrichtendienst Twitter sein Debüt auf dem Parkett gab und rund 1,8 Milliarden Dollar erlöste. Laut Experten ist dieser Betrag allerdings äusserst tief angesetzt. Alibaba wird sogar das Potenzial zugetraut, Facebook zu überflügeln, das bei seinem Börsengang vor zwei Jahren rund 16 Milliarden Dollar erlöste.

Alibaba-Gründer Jack Ma: «Bin wie Forrest Gump»

Der geplante Börsengang dürfte das Vermögen des bloss 1,50m grossen Jack Ma, das auf 11 Milliarden Dollaer geschätzt wird, weiter anwachsen lassen. Ma stammt aus einfachen Verhältnissen. Seine Eltern waren Schausteller und Ma ein bockiger Schüler, der zweimal durch die Aufnahmeprüfung für ein Elitecollege rasselte, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet. Als Teenager brachte Ma sich Englisch bei, indem er amerikanische Radiosender hörte und Touristen Führungen durch seine Heimatstadt Hangzhou anbot.

Nach einer Übersetzertätigkeit in den USA gründete Ma nach einem gescheiterten ersten Anlauf 1999 seine zweite Firma, Alibaba, mit 60'000 Dollar Startkapital – heute ist sie 200 Milliarden Dollar wert. Trotzdem sagt Ma über sich selber: «Ich bin wie Forrest Gump, nicht talentiert, dafür arbeite ich sehr hart.» (cbe)

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