China und USA: Chinesischer Jet provoziert Amerikaner
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China und USAChinesischer Jet provoziert Amerikaner

Über internationalen Gewässern kam, laut dem Pentagon ein chinesisches Militärflugzeug einer amerikanischen Maschine gefährlich nahe. Die USA legt gegen das Manöver Beschwerde ein.

Weniger als neun Meter Abstand soll der Militärjet zeitweise gehabt haben.

Weniger als neun Meter Abstand soll der Militärjet zeitweise gehabt haben.

Ein chinesischer Kampfjet ist nach Darstellung des Pentagons einer US-Militärmaschine im Flug gleich drei Mal «gefährlich» nahegekommen. Das Kampfflugzeug habe sich über internationalen Gewässern vor der Küste Chinas einem Seeaufklärer vom Typ P8-Poseidon bis auf wenige Meter genähert, teilte das Verteidigungsministerium am Freitag in Washington mit. Gegen das Manöver sei offiziell Beschwerde in Peking eingelegt worden.

Der Vorfall ereignete sich demnach schon am Dienstag östlich der chinesischen Insel Hainan. Das US-Aufklärungsflugzeug sei auf einer Routinemission gewesen, sagte Konteradmiral John Kirby auf einer Pressekonferenz. Der chinesische Kampfjet sei jeweils einmal unter der US-Maschine, direkt vor ihr und dann neben den Flügelspitzen geflogen. Bei einem Schwenkmanöver habe der Pilot zudem demonstrativ seine Bordwaffen zur Schau gestellt.

Verstoss gegen internationales Recht

Das Manöver sei «sehr gefährlich» gewesen und der Jet «sehr, sehr nah» an den Seeaufklärer herangekommen, sagte Kirby. Er sprach von teilweise weniger als neun Metern Abstand. Der Vorfall verstosse «gegen das internationale Gewohnheitsrecht», weshalb die USA bei den Verantwortlichen gegen das «unprofessionelle Manöver» protestiert hätten.

Hainan liegt am Südzipfel Chinas und ist etwa 200 Kilometer von der vietnamesischen Ostküste entfernt. Im Luftraum über der Insel war im April 2001 ein chinesischer Kampfjet mit einem Spionage-Flugzeug der US-Luftwaffe kollidiert.

Ein chinesischer Pilot kam damals ums Leben, das Spionageflugzeug musste auf Hainan notlanden. Die 24-köpfige Besatzung wurde von den chinesischen Behörden eine Woche lang festgehalten, bevor sich beide Regierungen auf eine Freilassung einigten.

Zur Infografik » (sda)

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