Chinesischer Präsident in Japan eingetroffen
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Chinesischer Präsident in Japan eingetroffen

Zum ersten Besuch eines chinesischen Präsidenten seit zehn Jahren ist Chinas Staats- und Parteichef Hu Jintao am Dienstag in Japan eingetroffen.

Bei seinen Gesprächen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Yasuo Fukuda morgen wird es vor allem darum gehen, das gegenseitige politische Vertrauen zwischen beiden asiatischen Mächten zu fördern und die Kooperation voranzubringen.

Beide Seiten bemühten sich laut Medienberichten noch kurz vor dem Treffen darum, dass Hu und Fukuda eine gemeinsame Erklärung zu Prinzipien ihrer bilateralen Beziehungen abgeben können.

Die Beziehungen waren unter dem früheren japanischen Ministerpräsidenten Junichiro Koizumi wegen dessen Umgang mit Japans Kriegsvergangenheit schwer belastet. Seither aber haben sie sich wieder deutlich erholt.

Klimaschutz-Erklärung erwartet

Beim Treffen Hus mit Japans chinafreundlichem Premier Fukuda wird auch eine Erklärung zum Klimaschutz erwartet, in der China seine Unterstützung für Japans Ziel einer Halbierung der globalen Treibhausgase bis zum Jahr 2050 erklären könnte.

Als einer der grössten Verursacher von CO2-Emissionen ist China nicht an das Kyoto-Klimaschutzprotokoll gebunden. Japan möchte als Gastgeber des G8-Gipfels im Juli, bei dem der Klimaschutz im Mittelpunkt stehen wird, die grossen CO2-Verursacher in ein Folgeabkommen zum 2012 auslaufenden Kyoto-Klimaprotokoll einbinden.

Umstrittene Themen wie der Umgang mit Japans Kriegsvergangenheit oder der Territorialstreit um reiche Öl- und Gasvorkommen im Ostchinesischen Meer dürften laut Medien bei Hus fünftägigem Besuch in den Hintergrund treten.

Weiteres Streitthema sind kürzliche Fälle von mit Pestiziden verseuchten Teigtaschen aus China, an denen zehn Menschen in Japan erkrankten. Der Vorfall liess die Lebensmittelimporte aus China stark sinken.

(sda)

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