Chirac verurteilt «Diktatur der Gerüchte»
Aktualisiert

Chirac verurteilt «Diktatur der Gerüchte»

Der französische Staatspräsident Jacques Chirac hat seiner Regierung in der «Clearstream-Affäre» das Vertrauen ausgesprochen und Verdächtigungen führender Politiker als Ausdruck einer «Diktatur der Gerüchte» bezeichnet.

Chirac äusserte sich am Mittwoch erstmals öffentlich zu der nach einer luxemburgischen Bank benannten «Clearstream-Affäre» und sprach sich für rasche Ermittlungsergebnisse aus.

Unter dem Eindruck der Ermittlungen erklärte am Mittwoch ein hoher Manager des Rüstungskonzerns EADS seinen Rücktritt. Vizepräsident Jean-Louis Gergorin habe um Entbindung von seinen Aufgaben gebeten, um sich ganz auf seine Verteidigung in der Affäre konzentrieren zu können, teilte EADS in Paris mit.

Gergorin wird vorgeworfen, für anonyme Briefe verantwortlich zu sein, in denen hochrangige Manager und Politiker beschuldigt wurden, bei einem Fregattengeschäft mit Taiwan im Jahr 1991 von Schmiergeldzahlungen profitiert zu haben. Eine Liste mit angeblichen Schwarzgeldkonten bei der Bank Clearstream in Luxemburg erwies sich jedoch als gefälscht. Unter Druck geriet auch der französische Premierminister Dominique de Villepin wegen Berichten, wonach er Anfang 2004 wegen eines vagen Korruptionsverdachts eine Untersuchung gegen seinen innerparteilichen Rivalen Nicolas Sarkozy angeordnet haben soll. Die oppositionellen Sozialisten fordern deswegen den Rücktritt Villepins. (dapd)

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