Samichlouszunft Bärn: Chläuse sind fürs nächste Jahrzehnt ausgebucht

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Samichlouszunft BärnChläuse sind fürs nächste Jahrzehnt ausgebucht

Schlechte Nachrichten für Chlaus-Fans: Die Zunft ist die nächsten zehn Jahre am 6. Dezember ausgebucht. Neue Chläuse sind daher gesucht.

von
Annina Häusli
Dieses Jahr mussten Schmutzli und der Samichlous zum Eselführkurs antraben.

Dieses Jahr mussten Schmutzli und der Samichlous zum Eselführkurs antraben.

Zürcher Samichläuse müssen neuerdings zum Vorstellungsgespräch antraben und sich von den Eltern bewerten lassen. Das berichtet der «SonntagsBlick». In Bern ist man weniger streng: «Ein Samichlous muss Schweizerdeutsch sprechen und gut mit Kindern umgehen können», so der Pressechlous der Samichlouszunft Bern. Freiwillige können aber nicht sofort ins rote Samichlousgewand schlüpfen und die Kinder besuchen – «zuerst muss eine zweijährige Lehre bei einem Samichlaus absolviert werden, sozusagen als Probezeit». Danach könne er vor den Zunftvorstand treten und begründen, weshalb er ein Samichlous werden wolle. «Abgewiesen haben wir einen Bewerber aber fast noch nie», sagt der Pressechlous. Rauchen und Alkohol trinken dürfe der Samichlous ebenfalls nicht.

Ohne Weiterbildung geht es nicht

Daneben müssen Schmutzli und der Samichlous alle Jahre Weiterbildungskurse im Oktober absolvieren: «Dieses Jahr gab es beispielsweise einen Eselführungskurs. Der richtige Umgang mit dem Esel ist schliesslich nicht ganz einfach.» Daneben mussten die Schmutzlis und Samichläuse heuer auch Referate zum Thema «richtiger Umgang mit Kindern und Erwachsenen» besuchen. In früheren Jahren habe es auch schon Kurse gegeben, wobei die Mitglieder etwa lernten, mit Kindern in Spitälern richtig umzugehen, denn auch das gehört zu den Aufgaben eines Samichlouses, erzählt der Pressechlous.

Wer den Chlous am Chlousetag buchen will, muss sich allerdings gedulden, denn die Berner Samichläuse sind gefragt. «Am 6. Dezember sind wir für die nächsten zehn Jahre ausgebucht.» Wenn die Chläuse an diesem Tag weitere Termine wahrnehmen wollten, bräuchten sie noch etwa 80 bis 100 Freiwillige mehr, so der Pressechlous. «Wir sind immer froh, wenn sich jemand meldet.» Das Alter sei dabei egal, es hätte auch schon 18-jährige Schmutzlis und Chläuse gegeben.

Wenn man als Samichlous-Fan aber beim Datum flexibel sei, bekomme man auch dieses Jahr noch einen Termin, versichert der Pressechlous. Meistens seien es auch die Erwachsenen, die Probleme mit einem bestimmten Datum haben, den Kindern sei es relativ egal, wann der Chlous komme. «Wir haben auch viele Stammkunden, die seit Jahren immer vom gleichen Chlous besucht werden.»

15 Gespanne im Einsatz

Am traditionellen Samichlous-Auszug aus der Zytglogge am 1. Advent standen je 13 Samichläuse und Schmutzlis im Einsatz. Insgesamt bestehe die Berner Samichlouszunft aus 15 bis 16 Gespannen. «Schmutzli und Samichlous sind immer zu zweit unterwegs, ein Eseli kann gegen einen Aufpreis ebenfalls gemietet werden.» Die Beschaffung eines Esels sei relativ aufwändig, da auch Transport und Fahrer organisiert werden müssen, erklärt der Pressechlous den Mehrpreis.

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