Chlorgasunfall mit 69 Verletzten in Essen
Aktualisiert

Chlorgasunfall mit 69 Verletzten in Essen

Fehler bei der Bedienung sind nach dem Ermittlungsstand der Polizei die Ursache für einen Chlorgasunfall in einem Essener Schwimmbad, bei dem am Donnerstagabend 69 Menschen verletzt worden sind.

Wie die Polizei in Essen am Freitag mitteilte, haben Experten einen technischen Defekt an der Anlage ausgeschlossen.

Die Polizei gehe davon aus, dass es bei der manuellen Hinzugabe von Chlorgranulat in das geschlossene Chlorgas-Mischanlagensystem zu einem Fehler gekommen sei, erklärte der stellvertretende Leiter des zuständigen Kommissariats, Michael Weskamp. Gegen den Schwimmmeister sei ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung eingeleitet worden. Der Mann habe die Aussage verweigert und einen Rechtsanwalt hinzugezogen.

47 Verletzte waren nach dem Unfall in umliegenden Krankenhäusern behandelt worden. Sie klagten über Reizungen der Schleimhäute und Atemwege sowie über Übelkeit und Augentränen, wie die Polizei mitteilte. 37 Verletzte mussten die Nacht über in den Kliniken bleiben, die meisten konnten am Freitagmorgen aber nach Hause gehen. Mindestens ein Patient müsse vorerst weiter im Krankenhaus bleiben, sagte ein Sprecher.

Das Bad blieb zunächst geschlossen, wurde am Freitagnachmittag aber wieder geöffnet. Der Notruf bei der Feuerwehr war den Angaben zufolge am Donnerstagabend gegen 19.00 Uhr eingegangen. Zu diesem Zeitpunkt war das Schwimmbad wegen des schönen Wetters noch gut besucht. Für die Dauer der Rettungs- und Evakuierungsmassnahmen musste die Strasse vor dem Bad für rund zwei Stunden gesperrt werden. Insgesamt waren 90 Feuerwehrleute und 25 Polizeibeamte im Einsatz. (dapd)

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