Bois ominöser Begleiter: «Chris hat Boi nicht getötet»
Aktualisiert

Bois ominöser Begleiter«Chris hat Boi nicht getötet»

Der 17-jährige Aargauer Chris steht unter Verdacht, eine 17-jährige Freundin getötet zu haben. Seine Mutter glaubt an die Unschuld ihres Sohnes – und weckt Zweifel.

von
amc
Der Aargauer Chris auf einem Bild vom Januar 2009. Heute soll er seine Haare kürzer tragen.

Der Aargauer Chris auf einem Bild vom Januar 2009. Heute soll er seine Haare kürzer tragen.

Noch immer sitzt der 17-jährige Chris* in U-Haft. Er steht unter Verdacht, Boi Ngoc Nguyen getötet zu haben. Skelettteile der 17-Jährigen wurden unweit des Ferienhauses von Chris' Familie im Tessin gefunden. Ihre Kleider und ihr Handy fand die Polizei beim Aargauer – und es sind nicht die einzigen Indizien. Die Mutter des 17-Jährigen ist aber von dessen Unschuld überzeugt: «Ich bin zu 300 Prozent sicher, dass Chris das nicht getan hat!», sagt sie im «Blick» von Montag. Ihr Sohn würde keinem Tier und vor allem keinem Menschen etwas antun.

Den Kontakt zwischen Chris und Boi kurz vor dem Verschwinden der 17-Jährigen im vergangenen Sommer hat sie mitgekriegt: «Als wir im Auto hinfuhren, bekam er einen Anruf von Boi», so die Mutter. Während der nächsten vier Wochen habe Chris dann nichts mehr von ihr gehört, dann plötzlich habe sie wieder angerufen. Boi sei in Sessa TI aufgetaucht, wo das Ferienhaus der Familie steht. «Die beiden haben sich getroffen. Irgendwo unterhalb des Dorfes.» Im Ferienhaus sei Boi aber nie gewesen.

Kurz nach dem Treffen ist Boi als vermisst gemeldet worden und die Polizei tauchte im Ferienhaus auf. «Weil die Leute sie mit Chris in Sessa gesehen haben, wollte die Polizei ihn befragen und nahm in für ein paar Stunden mit», so die Mutter gegenüber dem «Blick». Das sei am 11. August 2009 gewesen. Nach der Befragung durfte Chris wieder zurück: «Ich fuhr ihn am Morgen des 12. Augusts heim nach Mägenwil und ging zurück, um das Ferienhaus zu putzen.» Boi soll gemäss der Mutter zu diesem Zeitpunkt noch gelebt haben: «Sie soll am 12. August im Manor von Lugano gesehen worden sein.» Woher sie diese Angaben hat, verschweigt die Mutter aber.

Die Kapo Aargau schweigt

Die Kantonspolizei Aargau bestätigte diese Angabe nicht: «Wir können nur sagen, dass ein junger Mann in U-Haft ist und Tatverdacht besteht», sagt Sprecher Bernhard Graser. Die Rolle des Mannes müsse aber abgeklärt werden. Die Polizei wollte sich auch nicht zu den Kleidern von Boi äussern, die bei Chris gefunden worden sind. Seine Mutter sagt, dass Boi ihm die Jeans und ein T-Shirt gegeben habe. «Irgendwo draussen. Sie habe ihm gesagt, dass er die Kleider verschwinden lassen soll», so die Mutter. Eine Kollegin von Chris und Boi hat zudem gemäss eigener Angaben vier Tage nach dem Verschwinden einen Anruf von Bois Handy erhalten. «Doch am Telefon war nicht Boi, sondern Chris. Er behauptete damals, Boi habe ihm erlaubt, ihr Guthaben zu vertelefonieren», so die Kollegin gegenüber 20 Minuten Online.

Als Bois Überreste gefunden wurden, habe Chris gleich gesagt, dass sicher wieder die Polizei komme. Und tatsächlich: Am 23. Juni 2010 verhaftete die Polizei den 17-Jährigen frühmorgens.

Trotz der zahlreichen Indizien gegen ihren Sohn ist Chris' Mutter von seiner Unschuld überzeugt. Kontakt mit den Eltern der toten Boi hatte sie nicht, wie sie sagt. Sie habe Vertrauen in die Ermittlungen der Kapo.

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