Aktualisiert 26.03.2020 08:44

Terroranschlag mit 51 TotenChristchurch-Attentäter plädiert auf schuldig

Brenton Tarrant hatte am 15. März 2019 in zwei Moscheen in Neuseeland 51 Menschen getötet. Überraschend hat er nun ein Schuldeingeständnis eingereicht.

von
scl
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Sein Schuldeingeständnis umfasst alle 51 Anklagepunkte wegen Mordes: Brenton Tarrant bekennt sich nach seinem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch vor rund einem Jahr überraschend für schuldig. Einen Tag nach seiner Tat hatte Tarrant erstmals vor Gericht gestanden. (16. März 2019)

Sein Schuldeingeständnis umfasst alle 51 Anklagepunkte wegen Mordes: Brenton Tarrant bekennt sich nach seinem Anschlag auf zwei Moscheen in Christchurch vor rund einem Jahr überraschend für schuldig. Einen Tag nach seiner Tat hatte Tarrant erstmals vor Gericht gestanden. (16. März 2019)

epa/Martin Hunter
«Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen»: die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern an der Gedenkfeier für die Opfer rund zwei Wochen nach dem Attentat. (29. März 2019)

«Rassismus existiert, aber er ist hier nicht willkommen»: die neuseeländische Regierungschefin Jacinda Ardern an der Gedenkfeier für die Opfer rund zwei Wochen nach dem Attentat. (29. März 2019)

AP/Mark Baker
Tausende Menschen nahmen am Freitag (Ortszeit) an der nationalen Gedenkfeier in einem Park in Christchurch teil. (29. März 2019)

Tausende Menschen nahmen am Freitag (Ortszeit) an der nationalen Gedenkfeier in einem Park in Christchurch teil. (29. März 2019)

AP/Mark Tantrum

Ein gutes Jahr nach dem Terroranschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch hat sich der angeklagte 29-jährige Australier Brenton Tarrant überraschend für schuldig bekannt. Dies teilte die neuseeländische Polizei am Donnerstag mit.

Tarrant habe am Donnerstag vor dem Gericht in Christchurch die 51 Morde und 40 versuchten Morde zugegeben, hiess es. Zuvor hatte der australische Rassist noch stets erklärt, in allen Anklagepunkten unschuldig zu sein.

Am 15. März 2019 hatte er in zwei Moscheen 51 Menschen getötet und dutzende Personen verletzt. Die Attacke übertrug er per Helmkamera live im Internet. Vor dem Blutbad hatte Tarrant eine Kampfschrift mit rassistischen Parolen ins Netz gestellt. Vorgeworfen wird ihm auch Terrorismus. Derzeit sitzt er in einem Gefängnis in Auckland, mehr als 1000 Kilometer nördlich von Christchurch.

Warten auf Urteil

Der Termin vor dem Gericht am Donnerstag war spontan anberaumt worden. Der Angeklagte wurde per Video zugeschaltet. Nach Medienberichten wurden ihm die Namen aller 51 Getöteten vorgelesen, bevor er nach seiner Schuld gefragt wurde. «Oh, ok, ja, schuldig», sagte er Berichten örtlicher Medien zufolge.

Tarrant soll bis 1. Mai 2020 in Untersuchungshaft genommen werden. Der Polizei zufolge soll aber kein Urteil gesprochen werden, so lange nicht alle Überlebenden der Tragödie, die wollten, bei der Verhandlung dabei sein könnten. Dies werde aufgrund der Coronavirus-Pandemie längere Zeit nicht möglich sein.

Vielerorts Erleichterung

Ein Grund für seinen Sinneswandel des Attentäters wurde nicht genannt. Das Schuldeingeständnis bedeutet, dass es nun keinen Prozess zu dem Anschlag auf die beiden Moscheen in Christchurch geben wird. Der Prozess hätte Anfang Juni beginnen sollen.

Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern sagte am Donnerstag, den Überlebenden und Hinterbliebenen bringe das Schuldeingeständnis ein gewisses Mass an Erleichterung. Ihnen bleibe nun «die Qual eines Prozesses» erspart. Die Behörden hatten zudem befürchtet, dass der Täter den Prozess als Plattform missbrauchen könnte, um seine rassistische Weltanschauung weiter zu propagieren. (scl/sda)

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