Walliser Regierung gibt nach – Sion-Boss Constantin vergleicht Ticket-Regel mit Afghanistan
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Walliser Regierung gibt nachSion-Boss Constantin vergleicht Ticket-Regel mit Afghanistan

Als einziger Schweizer Club darf der FC Sion nur personalisierte Tickets verkaufen. Mit einem Brief wendet sich Präsident Christian Constantin an die Walliser Regierung – mit Erfolg.

von
Lucas Werder
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Christian Constantin beklagt sich in einem offenen Brief über die Walliser Regierung.

Christian Constantin beklagt sich in einem offenen Brief über die Walliser Regierung.

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Der Sion-Boss fühlt sich gegenüber den anderen Clubs benachteiligt.

Der Sion-Boss fühlt sich gegenüber den anderen Clubs benachteiligt.

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Ab sofort kann man wieder an die Heimspiele des FC Sion, ohne ein personalisiertes Ticket zu kaufen.

Ab sofort kann man wieder an die Heimspiele des FC Sion, ohne ein personalisiertes Ticket zu kaufen.

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Darum gehts

  • Der FC Sion darf seit Sommer nur personalisierte Tickets verkaufen.

  • In einem offenen Brief beklagt sich Christian Constantin über diese Sonderregelung.

  • Nun hat die Walliser Regierung nachgegeben.

Im Wallis ticken die Uhren bekanntlich etwas anders. Als einziger Super-League-Club der Schweiz muss der FC Sion ausschliesslich personalisierte Tickets verkaufen. Das hatten der Kanton und die Stadt Sitten im Sommer entschieden, mit dem Ziel, angeblichen Fan-Problemen innerhalb der Schweizer Fussballstadien entgegenzuwirken. Der FC Sion solle eine Vorreiterrolle einnehmen, hiess es damals.

Im Schnitt gerade einmal 4000 Zuschauer haben sich in dieser Saison pro Spiel im Tourbillon eingefunden. Abgesehen von der vergangenen Corona-Saison mit stark reduzierten Stadionkapazitäten ist das der schlechteste Wert seit fast 20 Jahren! Schon nach vier Heimspielen hat der Sion-Präsident, Christian Constantin, nun die Nase voll und reagiert.

«Sogar die Amerikaner haben Afghanistan verlassen»

Constantin wendet sich in einem offenen Brief an die Walliser Regierung, allen voran an Frédéric Favre, den Vorsteher des kantonalen Sicherheitsdepartements. Der Sion-Boss fühlt sich gegenüber den restlichen Clubs des Landes benachteiligt und befürchtet sogar, dass Fan-Gruppierungen am kommenden Wochenende im Rahmen des Spiels gegen den FC Basel gegen die Polizei rebellieren könnten.

«Wir verstehen, dass Frédéric Favre durch den Rückzug dieser Regelung beleidigt sein könnte, aber dieser Schritt ist weniger schädlich als das Miterleben von Gewalt», schreibt Constantin und lässt sich zu einem heiklen Vergleich hinreissen: «Sogar die Amerikaner haben Afghanistan verlassen.»

Ab sofort wieder «normale» Tickets

Constantins Plan geht auf. Am Montagmittag veröffentlichte der FC Sion den offenen Brief vom vergangenen Freitag. Nur wenige Stunden später gibt es bereits eine Antwort von der Walliser Regierung! So soll Frédéric Favre dem Club mitgeteilt haben, dass der Entscheid, personalisierte Tickets zu verkaufen, neu dem FC Sion selbst obliege.

Wer ins Tourbillon will, braucht ab sofort kein personalisiertes Ticket mehr. «Wir freuen uns auf eine Rückkehr zur Normalität», schreibt der Verein in einer Mitteilung. Seinen Triumph über die Walliser Regierung will Sion-Boss Constantin gleich mit einem vollen Haus feiern. Für das Heimspiel gegen den FC Basel (Sonntag, 16.30 Uhr) seien sämtliche Junioren von Walliser Fussball-Clubs eingeladen.

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