RAF-Terrorist: Christian Klar: Uneinsichtig, aber ungefährlich
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RAF-TerroristChristian Klar: Uneinsichtig, aber ungefährlich

Christian Klar gehörte zu den zentralen Figuren der zweiten RAF-Generation: Zwischen 1977 und seiner Verhaftung im November 1982 war er an fast allen Aktionen der Roten Armee Fraktion (RAF) beteiligt - meist an vorderster Front.

Klar wurde 1952 in Freiburg (Baden-Württemberg) geboren. Den ersten Schritt zur Radikalisierung unternahm er 1974 mit der Besetzung des Büros von Amnesty International in Hamburg.

Am 5. Januar 1977 schoss er am Schweizer Grenzübergang Riehen BS zum ersten Mal auf einen Polizisten. Er verfehlte ihn, doch damit hatte er sich in die erste Reihe der RAF katapultiert.

Es folgten die Mordanschläge auf Generalbundesanwalt Siegfried Buback und Dresdner-Bank-Chef Jürgen Ponto sowie die Entführung und Ermordung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer. Klar war immer dabei, auch beim fehlgeschlagenen Attentat mit einem Raketenwerfer auf die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Skrupellos

Seinen gescheiterten Antrag auf Verweigerung des Wehrdienstes hatte Klar einst mit seiner «zutiefst lebensbejahenden Haltung» begründet - doch mit der Waffe war er skrupellos. Bei einem Banküberfall in Zürich 1979 zerrte er auf der Flucht eine hilflose Frau aus dem Auto und schoss ihr in die Brust. Sie überlebte mit viel Glück.

1985 verhängte das Oberlandesgericht (OLG) Stuttgart eine lebenslange Haftstrafe, unter anderem wegen neunfachen Mordes. 1992 folgte eine weitere Verurteilung. Später legte das OLG die Mindesthaftzeit auf 26 Jahre fest - wegen «besonderer Schwere der Schuld».

Klars Äusserungen aus dem Gefängnis im badischen Bruchsal nahm die Öffentlichkeit irritiert, mitunter auch empört zur Kenntnis. In einer Grussbotschaft ans linke Spektrum äusserte er Anfang 2007 die Hoffnung, «die Niederlage der Pläne des Kapitals zu vollenden».

Keine Reue

Schon 2001 hatte er in einem Fernseh-Interview gesagt, er wolle den «Aufbruch, den auch eben die RAF dargestellt hat», weitertragen. Reuegefühle, sagte er damals, seien im «politischen Raum, vor dem Hintergrund von unserem Kampf», keine Begriffe.

Bundespräsident Horst Köhler lehnte Klars Gnadengesuch 2007 ab. Andererseits gilt der 56-jährige frühere Terrorist heute nicht mehr als gefährlich. Das bescheinigten ihm zwei Gutachter und selbst die Bundesanwaltschaft.

Klar selbst hatte 1997, ein Jahr vor der Auflösungserklärung der RAF, geschrieben: «An die Wiederbelebung einer Strategie des bewaffneten Kampfes denke ich nicht.» (sda)

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