Aktualisiert 29.01.2019 10:18

Berufung abgelehnt

Christin Asia Bibi darf Pakistan verlassen

Das Oberste Gericht Pakistan hat einen Berufungsantrag im Fall Asia Bibi abgelehnt.

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«Wir sind nirgendwo sicher», sagt Asia Bibis Ehemann Ashiq Masih (r.) zur Deutschen Welle. Das Bild zeigt ihn mit zwei der gemeinsamen Kinder.

«Wir sind nirgendwo sicher», sagt Asia Bibis Ehemann Ashiq Masih (r.) zur Deutschen Welle. Das Bild zeigt ihn mit zwei der gemeinsamen Kinder.

epa/T. Mughal
Asia Bibi war am 31. Oktober 2018 nach acht Jahren in der Todeszelle vom Obersten Gericht in Islamabad freigesprochen worden. Der Christin war Gotteslästerung vorgeworfen worden.

Asia Bibi war am 31. Oktober 2018 nach acht Jahren in der Todeszelle vom Obersten Gericht in Islamabad freigesprochen worden. Der Christin war Gotteslästerung vorgeworfen worden.

AP/str
Daraufhin protestierten radikale Muslime tagelang gewalttätig gegen die Gerichtsentscheidung.

Daraufhin protestierten radikale Muslime tagelang gewalttätig gegen die Gerichtsentscheidung.

epa/Bilawal Arbab

Die Christin Asia Bibi kann Pakistan verlassen. Das Oberste Gericht in Islamabad hat am Dienstag einen Berufungsantrag gegen den Freispruch Bibis für unzulässig erklärt. Es ordnete gleichzeitig die sofortige Freilassung Bibis an.

Somit kann die 51-Jährige nun ausreisen. Bibi war vor acht Jahren in dem muslimisch geprägten Land wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilt worden. Ende Oktober hatte der Oberste Gerichtshof das Todesurteil gegen sie aufgehoben. Dies löste massive Proteste radikalislamischer Gruppen gegen die zweifache Mutter aus.

Der radikalislamische Kleriker Khadim Rivzi von der Partei Tehreek-e Labbaik Pakistan (TLP) hatte im Zuge der Proteste die Entlassung der Richter und Bibis Tod gefordert. Die Kundgebungen und Blockaden hörten erst auf, nachdem die Regierung und die TLP ein Abkommen geschlossen hatten, das auch einen Revisionsantrag gegen das Urteil vorsah.

3000 Festnahmen

Seit November ging die Regierung von Ministerpräsident Imran Khan dann vermehrt gegen die TLP vor. Laut Behördenangaben wurden mehr als 3000 Mitglieder und Funktionäre der Partei festgenommen. TLP-Chef Khadim Rizvi und weitere Parteimitglieder wurden wegen Aufwiegelung zum Aufruhr angeklagt.

Ungeachtet dessen wurden aus Sorge vor erneuten Protesten am Dienstag Tausende Sicherheitskräfte in die Städte entsandt. Man werde erneute Demonstrationen wie im Oktober von Gruppen wie der TLP nicht mehr zulassen, sagte der Informationsminister der Provinz Punjab, Fayyaz Chohan, am Montag. (afp)

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