Aktualisiert 08.12.2011 11:58

«Basler Zeitung»

Christoph Blocher hat das Sagen

Er hatte es stets bestritten, doch jetzt ist klar: SVP-Chefstratege Christoph Blocher steht hinter der «Basler Zeitung». Sein Strohmann Moritz Suter wird bald abtreten müssen.

von
uwb
Der früherer Crossair-Chef und Ur-Basler Moritz Suter wollte Blocher loswerden. Jetzt wird er wohl bald als BaZ-Verleger abtreten müssen.

Der früherer Crossair-Chef und Ur-Basler Moritz Suter wollte Blocher loswerden. Jetzt wird er wohl bald als BaZ-Verleger abtreten müssen.

Entgegen allen öffentlichen Beteuerungen sei Christoph Blocher massgeblich an der «Basler Zeitung» (BaZ) beteiligt, wie der «Tages-Anzeiger» am Donnerstag aufdeckte. Gemäss Aussagen aus Bankenkreisen habe sich Blocher die Macht in Basel über eine Vielzahl komplexer Verträge gesichert.

Offiziell Verleger der Zeitung ist seit rund einem Jahr der Unternehmer und Ex-Crossair-Chef Moritz Suter. Dieser besitzt 100 Prozent der Aktien der Basler Zeitung. Doch laut Darstellung des «Tagi» gibt es zwei Zusatzvereinbarungen. Erste beinhalte, dass Suter das für eine Million Franken erworbene Aktienpaket jederzeit an Blocher zurückgeben kann. Gleichzeitig soll sich Blocher das Recht ausbedungen haben, dass er die Aktien innerhalb eines Jahres zurückverlangen kann.

Ospel auch nur vorgeschoben

Im Weiteren stehe Blocher auch hinter einem Darlehen über rund 70 Millionen Franken an das Unternehmen. Ursprünglich war der Kreditgeber unbekannt. Später hatte es geheissen, es handle sich dabei um den Ex-UBS-Chef Marcel Ospel. Doch auch das soll nicht korrekt sein. Auch hinter diesem Kredit stehe eigentlich Blocher.

Christoph Blocher zu den Ständeratswahlen

Am Wochenende hatte die Zeitung «Der Sonntag» berichtet, Moritz Suter versuche, 70 Prozent der Aktien der «Basler Zeitung» breit in der Bevölkerung zu streuen. Und: Er habe in vertraulichen Gesprächen durchblicken lassen, dass sein Gegenüber in dieser Sache Blocher sei. Nun sind Suters Stunden als Verleger und Strohmann von Blocher wohl gezählt. Denn wie der «Tages-Anzeiger» berichtet, habe Blocher seine Option für den Kauf der Aktien ausgeübt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.