Aktualisiert 09.12.2008 09:14

StäfaChristoph Mörgeli an Wirbelsäule operiert

Der am Montagmorgen mit seinem Auto verunfallte Zürcher SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli erlitt eine Wirbelsäulenverletzung mit einer Prellung des Rückenmarks.

Die Wirbelsäulenverletzung sei am Montagnachmittag im Universitätsspital Zürich stabilisiert worden, wie die SVP in einem Communiqué am Montagabend mitteilte. Nach der Operation wurde Mörgeli auf die Intensivstation gebracht und war dort bald wieder wach und ansprechbar.

Welche gesundheitlichen Folgen der Unfall haben wird, ist noch unklar. Die neurologische Entwicklung müsse nun beobachtet werden, schreibt die SVP. Aufgrund der jetzigen Lage könne aber mit einer weiteren Erholung gerechnet werden.

Dass Mörgeli an der Bundesrats-Ersatzwahl vom Mittwoch teilnehmen kann, ist unwahrscheinlich. «Es geht jetzt aber in erster Linie um seine Gesundheit, nicht darum, ob wir eine Stimme mehr oder weniger haben», sagt SVP-Sprecher Alain Hauert. Nach jetzigem Stand der Dinge dürfte das Ergebnis für die SVP so knapp ausfallen, dass jede einzelne Stimme zählt.

Unfallursache noch unklar

Wie die Zürcher Kantonspolizei mitteilte, fuhr der 48-jährige Mörgeli um 8.50 Uhr in Stäfa auf der Rhynerstrasse abwärts Richtung Dorfzentrum. Aus noch unbekannten Gründen prallte er in einen Lieferwagen, der auf der Fahrbahn am rechten Strassenrand parkiert war.

Laut Polizeisprecher Werner Benz ist noch völlig unklar, weshalb es zur Kollision kam. Nichts deute darauf hin, dass Mörgeli zu schnell unterwegs gewesen wäre. Die enge, kurvige Strecke sei für überhöhtes Tempo auch denkbar ungeeignet.

Die Polizei ermittle wie üblich in alle Richtungen. Dazu gehört auch zu untersuchen, ob allenfalls am Auto des umstrittenen SVP-Exponenten manipuliert worden war. Laut Benz gibt es dafür jedoch keinerlei Anzeichen.

Gegenüber «TeleZüri» sagte der Stäfner Feuerwehr-Kommandant Ralf Schardein, es könnte sein, dass die Sonne eine Rolle spielte. Sie hatte am Morgen sehr stark geblendet. Ein Anwohner äusserte sich gegenüber dem selben Sender ähnlich.

Von Feuerwehr aus Wrack geborgen

Durch den Aufprall wurde das Auto des Nationalrats total zerstört. Der Rettungsdienst des Nachbarortes Männedorf war rasch vor Ort. Die Feuerwehr musste den Verletzten aus dem Wrack seines Autos befreien. Wie ein Feuerwehrkommandant gegenüber «Radio 1» erklärte, sagte Mörgeli bei seiner Bergung, er habe kein Gefühl in den Beinen.

Der 61-jährige Lieferwagenlenker befand sich laut Polizeimitteilung im Augenblick der Kollision gerade im Laderaum seines Fahrzeugs. Er wurde beim Aufprall hinausgeschleudert und erlitt leichte Verletzungen.

(SDA/rbo)

Bestürzung im Bundeshaus

Die SVP-Fraktion in Bern erfuhr erst um ca. 11.30 Uhr aus den Medien vom Unfall. Gegenüber 20 Minuten Online zeigte sich SVP-Nationalrat Alfred Heer «schockiert». Es sei ein «unglaublich tragischer» Vorfall. Auch Ulrich Giezendanner wurde von der Unfall-Nachricht überrascht. «Das tut mir sehr leid», sagte er auf Anfrage.

Auch der politische Gegner zeigte sich bestürzt. SP-Nationalrat Daniel Jositsch sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Das ist tragisch und wünscht man niemand.» Und FDP-Nationalrätin Doris Fiala meinte: «Das tut mir unendlich Leid. Ich hoffe, es ist nichts Gravierendes. Ich bin schockiert.»

Um 12.19 Uhr gab Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi-Cortesi im Plenum offiziell bekannt, dass Nationalrat Mörgeli einen Autounfall gehabt habe und im Spital sei. Man wünsche ihm gute Besserung. (meg)

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