Kein Vertrauen mehr: Christoph Mörgeli per sofort freigestellt
Aktualisiert

Kein Vertrauen mehrChristoph Mörgeli per sofort freigestellt

SVP-Nationalrat Christoph Mörgeli ist seinen Job als Konservator des Medizinhistorischen Museums Zürich los. Das Vertrauen sei gestört, eine Rückkehr nicht mehr denkbar, so der Rektor der Uni Zürich.

von
gux

Die Universität Zürich hat Christoph Mörgeli als Konservator des Medizinhistorischen Museums per sofort freigestellt. Seine Stellung als Titularprofessor ist von der Kündigung nicht betroffen, wie die Universität bekanntgab.

Die Universität wirft Mörgeli eine Verletzung der Loyalitätspflicht vor. Das Vertrauensverhältnis sei massiv und unwiederbringlich zerstört, sagte Universitätsrektor Andreas Fischer am Freitag vor den Medien.

Mörgeli habe in den vergangenen Tagen wiederholt in den Medien Vorwürfe gegen seinen Vorgesetzten Flurin Condrau, Leiter des Medizinhistorischen Instituts und Museums, erhoben. So habe Mörgeli unter anderem die Einleitung von Straf- und Disziplinarverfahren gegen Condrau gefordert, sagte Rektor Fischer.

Zudem habe er Mitarbeitende des Mobbings bezichtigt und geltend gemacht, als SVP-Mitglied keine Unterstützung durch die Uni erhalten zu haben. Er war zudem der Meinung, dass es an der Universität für einen SVP-Politiker offensichtlich keinen Platz gebe. Diese Vorwürfe wies Rektor Fischer entschieden zurück.

Die im Akademischen Bericht 2011 geäusserte Kritik an Mörgelis Arbeit als Konservator sei dem Historiker bereits seit November 2011 bekannt gewesen. Auch sei er bei der Mitarbeiterbeurteilung vom Februar dieses Jahres auf seine ungenügenden Leistungen hingewiesen worden.

Mörgeli will rekurrieren

Die Universität gewährt dem Historiker und SVP-Nationalrat eine sechsmonatige Kündigungsfrist. Eine Rückkehr ist laut Fischer «nach dem medial ausgetragenen Konflikt» jedoch nicht mehr denkbar.

Gegen den Entscheid kann Mörgeli innert 30 Tagen Rekurs erheben. Er gedenkt dies auch zu tun, wie sein Anwalt Valentin Landman gegenüber 20 Minuten Online sagte. «Wir werden die entsprechenden rechtlichen Schritte einleiten und einen Rekurs gegen die Kündigung einreichen.» (gux/sda)

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