Befragung bei der Polizei: Christopher S. hat neuen Betrugsvorwurf am Hals
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Befragung bei der PolizeiChristopher S. hat neuen Betrugsvorwurf am Hals

Nachdem der House-DJ wegen seiner abgefackelten Plattensammlung erstinstanzlich verurteilt worden war, musste er erneut bei der Polizei antraben. Es geht wieder um Betrug.

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Ob es tatsächlich ein Fall für den Richter wird, ist unklar: Derzeit laufen erst Voruntersuchungen, es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Ob es tatsächlich ein Fall für den Richter wird, ist unklar: Derzeit laufen erst Voruntersuchungen, es gilt nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Keystone/Lukas Lehmann

Vor einem halben Jahr wurde Christoph Spörri – besser bekannt als DJ Christopher S. – vom Gericht unter anderem wegen versuchten Versicherungsbetrugs zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Dagegen hat Spörri Berufung eingelegt.

Doch schon hat der ehemalige House-DJ erneut rechtlichen Ärger. Am Dienstagnachmittag musste Spörri auf dem Berner Polizeiposten zur Befragung antraben. Ihm wird dabei von einer Frau arglistige Täuschung, Betrug und Unsummen von geschuldetem Geld vorgeworfen. Nach wie vor gilt die Unschuldsvermutung.

Streit entfachte nach Hausverkauf

Klägerin ist die 44-Jährige G. V. aus dem Kanton Bern. Diese hat bei der Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland gegen Spörri Strafanzeige eingereicht. Grund: Als sie dem einst berühmten DJ 2011 ein Haus abkaufte, habe dieser sie «um Abertausende von Franken betrogen». Denn 2015 erhielt die Klägerin eines morgens Post von der Steuerverwaltung: Verkäufer Spörri hätte seine Grundstückgewinnsteuer von insgesamt 167'544.85 Franken zuzüglich über 10'000 Franken Verzugszinsen bis heute nicht bezahlt. Als neue Besitzerin der Immobilie müsse sie nun für diesen Betrag aufkommen – dies innerhalb der nächsten 30 Tage.

«Obwohl ich gegenüber Spörri von Anfang an ein ungutes Gefühl hatte, fiel ich aus allen Wolken», sagt V. Gemeinsam mit einem Anwalt hätte sie den bekannten Berner zur Rechenschaft ziehen wollen. Trotz unzähliger Versprechungen des Beschuldigten musste V. die über 160'000 Franken schliesslich selber berappen. Um den Betrag zu stemmen, musste sie von ihrem Lebenspartner Geld leihen.

Klägerin ist sehr verärgert

«Es kann doch nicht sein, dass Spörri in der Öffentlichkeit mit Luxusgütern protzt, ich dann im Hintergrund aber für dessen Schulden aufkommen muss», sagt die verärgerte Klägerin.

Wie der Anwalt der Klägerin in der Anzeige schreibt, habe Spörri seine Klientin arglistig getäuscht: Spörri habe bezüglich der ausstehenden Gewinnsteuer von 167'544.85 Franken stets Zahlungsbereitschaft kommuniziert, um diese kurze Zeit später umgehend zu widerrufen. Er habe dies absichtlich gemacht, um für die Geldschuld nicht aufkommen zu müssen, glaubt V.

So fordert der Anwalt nun, Spörri sei mittels Strafbefehl zu sanktionieren oder dem Gericht zur Beurteilung zu überweisen.

Spörris Anwältin erkennt keine Straftat

Anders sieht dies die Rechtsvertretung des Beschuldigten: «Ich sehe in diesem Ganzen keinen Straftatbestand», sagt die Berner Anwältin Simone Gasser. Am Vorwurf des Betrugs sei nichts dran, das Spiel der Gegenpartei sei zudem äusserst unfair. Gasser: «Weiter möchte mein Klient nicht Stellung nehmen, da es sich zurzeit erst um eine Voruntersuchung handelt.»

(20 Minuten)

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