Aktualisiert 24.01.2008 16:05

Chronik: Keine Einigung auf dem Bau

Nach acht Monaten Verhandlungen und Streiks im Arbeitskonflikt im Baugewerbe heisst es nun: zurück auf Feld 1. Im Folgenden die wichtigsten Etappen.

12. Nov. 2002: Der Arbeitskonflikt um das Rentenalter im Baugewerbe geht mit einer Einigung auf einen Landesmantelvertrag (LMV/GAV) mit flexiblem Altersrücktritt zu Ende.

23. Mai 2007: Die Delegierten des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV) beschliessen in Delsberg, den LMV auf Ende September zu kündigen. Sie werfen den Gewerkschaften Unia und Syna mangelnde Flexibilität in der Frage der Kompensation von Ausfallstunden vor. Diese weisen den Vorwurf zurück und warnen vor Lohndumping und Verletzung der flankierenden Massnahmen bei der Personenfreizügigkeit.

29. Juni 2007: Rund 3000 Bauarbeiter demonstrieren in Luzern am Rande des «Tages der Bauwirtschaft» für einen neuen LMV.

15. Sept. 2007: Nach der Unia rüstet sich auch die Gewerkschaft Syna für Kampfmassnahmen auf dem Bau. Die Delegierten geben grünes Licht für punktuelle Streiks und Demonstrationen.

18. Sept. 2007: Die Baumeister bieten Lohnerhöhung und andere punktuelle Massnahmen an, um den vertragslosen Zustand in ihrer Branche zu überbrücken. Die Gewerkschaften weisen das Angebot als «Mogelpackung» zurück.

22. Sept. 2007: An einer nationalen Kundgebung demonstrieren in Zürich gut 15 000 Bauarbeiter gegen den drohenden vertragslosen Zustand im Baugewerbe.

1. Okt. 2007: Der vertragslose Zustand im Baugewerbe beginnt. In Kreuzlingen TG und Genf kommt es zu Streik- und Protestaktionen.

6. Okt. 2007: Die Unia-Baukonferenz beschliesst Streikmassnahmen.

13. Okt. 2007: Alle NEAT-Baustellen am Gotthard werden bestreikt. In den folgenden Tagen kommt es zu Streikaktionen in Genf, Neuenburg und Bern. Die Baumeister sprechen von illegalen Blockaden.

16. Okt. 2007: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund droht damit, sich nicht für die Fortsetzung der Personenfreizügigkeit zu engagieren, falls der vertragslose Zustand im Baugewerbe anhält.

1. Nov. 2007: In Zürich und Basel kommt es zu Warnstreiks.

5. Nov. 2007: Eine weitere Verhandlungsrunde im Baugewerbe scheitert.

8. Nov. 2007: Die Gewerkschaften gehen auf den Vorschlag der Baumeister ein, im Konflikt einen externen Vermittler einzuschalten. Sie fordern Bundesrätin Doris Leuthard auf, eine solche Vermittlung in die Wege zu leiten.

12. Nov. 2007: Jean-Luc Nordmann, ehemaliger Direktor für Arbeit beim Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO), wird als Vermittler akzeptiert. Die Gewerkschaften setzen geplante Streikaktionen aus.

19. Dez. 2007: Baumeister und Gewerkschaften einigen sich unter dem Vermittler auf die Grundzüge eines neuen LMV, der auf den 1. Februar 2008 in Kraft treten soll.

24. Jan. 2008: Die Delegierten des Baumeisterverbands lehnen den Kompromiss der Mediation mit den Gewerkschaften ab. Sie kritisieren das vorgesehene Arbeitszeitmodell. Der vertragslose Zustand dauert an. (sda)

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