So katapultierte sich Rapper Kanye West ins Aus

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Skandal-RapperChronologie eines tiefen Falls – so katapultierte sich Kanye West ins Aus

Der an psychischen Problemen leidende Kanye West kommt nicht aus den Schlagzeilen. Jüngst sorgte seine Twitter-Rückkehr für Kritik. Ein Rückblick zeigt, wie früh sein Fall begonnen hat. 

von
Katja Fässler
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Skandal reiht sich an Skandal: Kanye West, einst gefeierter Rapper, verliert immer mehr Rückhalt. 

Skandal reiht sich an Skandal: Kanye West, einst gefeierter Rapper, verliert immer mehr Rückhalt. 

DUKAS
Nur ein Jahr nach seinem erfolgreichen Album «The College Dropout» schoss Kanye West erstmals öffentlich übers Ziel hinaus. Anlässlich seines Live-8-Auftritts behauptete er im Juli, dass Aids eine «von Menschen gemachte Krankheit» sei. Das besang er auch in seinem Song «Heard ’Em Say». 

Nur ein Jahr nach seinem erfolgreichen Album «The College Dropout» schoss Kanye West erstmals öffentlich übers Ziel hinaus. Anlässlich seines Live-8-Auftritts behauptete er im Juli, dass Aids eine «von Menschen gemachte Krankheit» sei. Das besang er auch in seinem Song «Heard ’Em Say». 

imago images/ZUMA Wire
Einer von Kanyes unvergesslichsten Auftritten war bei der Verleihung der MTV Music Awards 2009. Nicht nur, dass er mit einer Hennessy-Flasche in der Hand über den roten Teppich lief, er sprang während der Dankesrede von Taylor Swift auf die Bühne, entriss ihr das Mikrofon und sagte: «Yo Taylor. Ich lasse dich ausreden, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten!» Anschliessend wurde er aus dem Saal geworfen.

Einer von Kanyes unvergesslichsten Auftritten war bei der Verleihung der MTV Music Awards 2009. Nicht nur, dass er mit einer Hennessy-Flasche in der Hand über den roten Teppich lief, er sprang während der Dankesrede von Taylor Swift auf die Bühne, entriss ihr das Mikrofon und sagte: «Yo Taylor. Ich lasse dich ausreden, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten!» Anschliessend wurde er aus dem Saal geworfen.

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Darum gehts

2005 Anlässlich seines Live-8-Auftritts behauptete Kanye, dass Aids eine «von Menschen gemachte Krankheit» sei. Das besang er auch in seinem Song «Heard ’Em Say». 

2009 Mit einer Whisky-Flasche lief er an den MTV Music Awards über den roten Teppich und sprang während Taylor Swifts Dankesrede auf die Bühne und schrie ins Mikrofon: «Yo Taylor. Ich lasse dich ausreden, aber Beyoncé hatte eines der besten Videos aller Zeiten!» Anschliessend wurde er aus dem Saal geworfen.

2011 In seinem Song «Who Gon Stop Me» vergleicht er den Völkermord an den Jüdinnen und Juden mit der systematischen gesellschaftlichen Benachteiligung von schwarzen Frauen und Männern.

2013 Der Titel seines Songs «I Am A God» verdeutlicht seinen Grössenwahn einmal mehr. Zudem sagte er kurz vor der Veröffentlichung, er sehe sich als Gottgesandter, als spiritueller und auch politischer Anführer. 

2016 Nachdem der US-Amerikaner während seines Konzertes in Sacramento einen irren Dialog gehalten hatte, liess er das Mikrofon fallen und sagte seine komplette Tour ab. Kurz darauf wird bei Kanye eine bipolare Störung diagnostiziert. In der Netflix-Doku «Jeen-Yuhs: A Kanye Trilogy» fragt er: «Seid ihr schon einmal in Handschellen ins Spital gebracht worden, weil euer Hirn zu gross ist für euren Schädel? Ich schon.»

2020 Durch seine Freundschaft mit Trump scheint er Gefallen an der Politik gefunden zu haben und kandidiert als US-Präsident. Dabei spricht er sich gegen Abtreibung aus. Alternativ soll jede Frau das ungeborene Kind austragen und dafür eine Million Dollar erhalten. So wolle er Leben retten.

2021 Nach sechs Jahren Ehe und knapp zehn Jahren Beziehung reichte Kim Kardashian die Scheidung von ihrem Mann ein. Akzeptieren will der Rapper das nicht und bettelt öffentlich um Vergebung. Da der Reality-TV-Star jedoch nicht reagierte, wurden seine Nachrichten immer bedrohlicher. Als Kim ihre Beziehung mit Pete Davidson öffentlich macht, drohte Kanye dem Comedian in seinem Musikvideo sogar mit dem Tod. Seit diesem Jahr nennt sich Kanye West kurz Ye.

Magst du Kanye Wests Musik?

2022
3. Oktober: An der Pariser Fashion Week sorgte der Rapper mit seinem Shirt für Aufsehen. Auf der Vorderseite ist das Gesicht von Papst Johannes Paul II. aufgedruckt, auf der Rückseite steht «White Lives Matter». Der Slogan ist eine Anspielung auf die «Black Lives Matter»-Bewegung, die sich gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt gegen People of Color einsetzt. «White Lives Matter» hingegen ist ein Ausdruck, den rechte White-Supremacy-Anhänger sowie Mitglieder des Ku-Klux-Klans verwenden.  

10. Oktober: Die Dienste Twitter und Instagram haben West wegen mehrerer antisemitischer Posts gesperrt. Mittlerweile ist sein Account auf dem Kurznachrichtendienst wieder online – wahrscheinlich dürfte der neue Chef Elon Musk dabei eine tragende Rolle gespielt haben.

16. Oktober: In einem Podcast gibt Kanye einen absolut überheblichen Kommentar ab: «Ich könnte antisemitische Sachen sagen, und Adidas könnte mich nicht fallen lassen.» Nach harscher Kritik beendete der Sportartikelriese schliesslich die Zusammenarbeit mit dem Rapper.

19. Oktober: Im Podcast «Drink Champs» zweifelte Kanye die Polizeigewalt im Fall George Floyd als Todesursache an und spekulierte über eine Drogen-Überdosis oder Vorerkrankungen. Anwälte der Hinterbliebenen schickten ihm eine Unterlassungsaufforderung und kündigten an, Floyds minderjährige Tochter in einer Klage auf 250 Millionen US-Dollar Entschädigung zu vertreten.

28. Oktober:
Laut einem CNN-Bericht soll der Musiker von Adolf Hitler besessen gewesen sein. Das soll so weit gegangen sein, dass er sein Album «Ye», das 2018 erschien, ursprünglich «Hitler» nennen wollte. Dies sagte ein leitender Angestellter, der für West gearbeitet hatte, gegenüber dem Sender.

1. November: Wie Insider.com berichtet, entschuldigte sich Kanye West für Aussagen im Fall George Floyd. Gegenüber Paparazzi sagte der Musiker: «Mit meiner Aussage habe ich die schwarze Community verletzt.» Dadurch, was Adidas und die Medien ihm gerade antun würden, hätte Gott ihm gezeigt, «wie es sich anfühlt, ein Knie im Nacken zu haben.» Damit vergleicht er seine aktuelle Situation mit dem gewaltsamen Tod von George Floyd.

21. November: Kanye West kommt mit dem hebräischen Wort «Shalom» zu Twitter zurück, nachdem sein Konto zuvor nach antisemitischen Beiträgen gesperrt worden war. Zahlreiche Userinnen und User sind über die Art und Weise entsetzt und sehen im Comeback-Tweet einen weiteren Seitenhieb gegen die jüdische Gemeinschaft.

Hast du oder hat jemand, den du kennst, eine psychische Erkrankung?

Hier findest du Hilfe:

Pro Mente Sana, Tel. 0848 800 858

Kinderseele Schweiz, Beratung für psychisch belastete Eltern und ihre Angehörigen

Verein Postpartale Depression, Tel. 044 720 25 55

Angehörige.ch, Beratung und Anlaufstellen

VASK, regionale Vereine für Angehörige

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Antisemitismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Jüdische Fürsorge, info@vsjf.ch

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

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