Chronologie: Was bisher geschah
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Chronologie: Was bisher geschah

Was mit dem Fall eines abgezockten Autohalters auf dem Parkplatz des Hotels Senator in Zürich begann, zieht immer grössere Kreise. Hier eine Chronologie der Ereignisse.

Am 9. Januar 2007: berichtet 20minuten.ch zum ersten Mal anhand eines konkreten Falles über die zwielichtigen Abschlepp-Methoden der Autohilfe Zürich auf dem Parkplatz im Innenhof des Hotels Senator in Zürich. Der Verdacht: Auf dem Parkplatz werden in grossem Stil Parkuhren manipuliert und gezielt Autos abgeschleppt. Der Artikel löst heftige Reaktionen unter den Lesern aus.

- Abschlepp-Abzocke: Über 50 weitere Fälle

- Abschlepp-Abzocke: «Ein abgekartetes Spiel»

10. Januar 2007: Weit über 100 Betroffene melden sich bei 20minuten.ch, beschreiben, wie auch sie in der regulären Parkzeit abgeschleppt wurden und äussern ihre Wut gegenüber dem Hotel Senator und der Autohilfe Zürich. Anwohner, die von ihren Wohnungen aus direkt auf den Parkplatz sehen können, bestätigen die dreiste Vorgehensweise der Auto-Abschlepper und Hotelangestellten. Die Autos können die abgeschleppten Fahrer erst gegen 400 Franken in bar vom Abschleppplatz der Firma Autohilfe Zürich an der Geroldstrasse auslösen. 20minuten.ch zeigt anhand eines Videos, wie einfach es ist, Parkuhren zu manipulieren, wenn keine Parkquittung ausgestellt wird.

- So läuft der Abschlepper-Skandal von Zürich

- Video: Parkuhren manipulieren?- Nichts einfacher als das!

11. Januar 2007: Ein ehemaliger Angestellter des Hotels Senator meldet sich bei 20minuten.ch und packt aus: «Als früherer Mitarbeiter des Hotels Senator bestätige ich, dass es diese Abzockerei schon seit vielen Jahren gibt, Ihre Veröffentlichung ist bis ins letzte Detail richtig.» 20minuten.ch veröffentlicht 50 Leserreaktionen. Daraufhin bildet sich eine Interessensgemeinde von betroffenen Autofahrern, die gemeinsam rechtliche Schritte gegen die Abzocker-Bande einleiten will. Ein Leser, der Anzeige auf dem Polizeiposten im Kreis 5 erstatten wollte, wurde unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt. Begründung der Polizei: Das Vorhaben sei aussichtslos, da es sich um ein privates Grundstück handle. 20minuten.ch liegen zahlreiche Mails von Betroffenen vor, die exakt die gleiche Erfahrung auf der Polizei machten.

- Abschlepp-Skandal: Ex-Mitarbeiter packt aus

12. Januar 2007: Der Skandal weitet sich aus. Die Recherchen von 20minuten.ch ergeben, dass einer der fleissigsten Mitarbeiter der Autohilfe Zürich zu hundert Prozent für das Zürcher Polizeidepartement in der Abteilung Schutz und Rettung tätig ist. Jeweils am Wochenende schleppt Herr N. im Akkord Autos ab. Seinen Nebenjob übt er mit Wissen des Arbeitgebers aus.

- Autohilfe: Fleissiger Abschlepper arbeitet vollamtlich fürs Polizeidepartement

14. Januar 2007: 20minuten.ch berichtet, dass die Stadtpolizei Zürich Abschleppaufträge exklusiv an die Autohilfe Zürich vergibt, nachdem die Firma den Ausschreibungswettbewerb gewonnen hatte. Kein Wunder: Vertreter der Autohilfe Zürich konnten Einfluss auf die Ausgestaltung des Wettbewerbstextes nehmen. Die Stadtpolizei gibt nach den Recherchen von 20minuten.ch zu: «Offenbar hat aber im Jahr 04 die Firma Zuber einem Mitarbeiter der Verkehrspolizei ihre Gedanken und Überlegungen zum Thema Abschleppen zur Verfügung gestellt.» Auch die Sonntagszeitung nimmt den Fall auf und berichtet von dem jährlichen Ausschreibungsprozedere der Stadtpolizei Zürich.

- Wie die Autohilfe Zürich zum Exklusiv-Partner der Stadtpolizei wurde

15. Januar 2007: Dutzende Betroffene berichten in ihren Leserbriefen an 20minuten.ch unabhängig voneinander, dass sie ihr Fahrzeug von der Autohilfe Zürich nur gegen Barzahlung von 400 Franken zurückbekommen haben. Damit liegt der Verdacht auf Nötigung vor und die Polizei ist laut Gesetz verpflichtet, Ermittlungen aufzunehmen. Hat sie aber nicht, wie 20minuten.ch auf Anfrage erfuhr.

- Abschlepp-Skandal: Nur die Polizei wusste von nichts

- Abschlepp-Nötigung: Polizei will endlich abklären

16. Januar 2007: Jagdsaison: Haben die Patrouilleure der Autohilfe Zürich mal zu wenig Falschparkierer am Haken ihrer Abschleppfahrzeuge, stellen sie kurzerhand Fallen auf den Parkfeldern der Mobility unterhalb der Hardbrücke in Zürich auf. Brisant: Seitens von Mobility weiss man von solchen Aktionen nichts.

- Abschlepper-Bande: Der «Mobility-Trick»

17. Januar 2007: Wie schafft es Oberleutnant N, Quartiermeister im Zivilschutz der Stadt Zürich, in seiner Freizeit im Akkord Autos abzuschleppen? Und warum ist er immer als erster vor Ort?

- Abschlepper-Skandal: Wann schläft der Mann eigentlich?

18. Januar 2007: Ermuntert durch die Recherchen von 20minuten.ch, haben sich über 20 geprellte Autofahrer zu einer Interessengemeinschaft formiert. Auf der Polizeiwache Urania erstatteten sie Anzeige. Die Sprecherin der IG fordert: «Jetzt muss die Justiz endlich reagieren.»

- Abschlepp-Skandal: Opfer erstatten gemeinsam Anzeige

19. Januar 2007: Parkuhren manipulieren, Autos mit ausländischen Kennzeichen aufbocken, Freier abzocken und Mobility-Fallen stellen: Die Trickkiste einiger Akkord-Abschlepper der Autohilfe Zürich ist reich gefüllt.

- Die faulsten Tricks der AHZ-Abschlepper

21. Januar 2007: Vor zwei Wochen hat 20minuten.ch den Abschleppskandal von Zürich-West publik gemacht. Jetzt wird auch die Stadtpolizei Zürich in der Sache aktiv.

- Abschleppskandal: Aufruf der Polizei

22. Januar 2007: Die Autohilfe Zürich klebt ihren Sticker auf Parkverbotsschilder von Firmenparkplätzen und schleppt dort abgestellte Autos ab. Die von 20minuten.ch befragten Firmen haben der Autohilfe aber nie einen Abschlepp-Auftrag erteilt.

- Abschlepper: Aufbocken, ohne dass die Firmen davon wussten

23. Januar 2007: Nachdem Francesca Garzettis Auto vor dem Hotel Senator abgeschleppt worden war, brach zwischen ihr und ihrem Vater ein Riesenstreit aus. Er glaubte den Beteuerungen seiner Tochter nicht, sie sei vor Ablauf der Parkzeit abgeschleppt worden. Erst die Berichterstattung über den Abschleppskandal brachte die beiden wieder zusammen – kurz vor Francescas Hochzeit.

- Abschlepper entzweite Vater und Tochter

25. Januar 2007: Die Abschlepperei rund um die Zürcher Hardbrücke und das Hotel Senator beginnt jetzt auch die Politiker zu beschäftigen. Die FDP der Stadt Zürich will, dass sich eine Geschäftsprüfungskommision der Sache annimmt.

- Abschleppskandal: FDP fordert Massnahmen

26. Januar 2007: Polizeivorsteherin Esther Maurer lässt Oberleutnant und Akkord-Abschlepper Beat N. nachts weiterwursteln. Obwohl vor zwei Jahren bereits der weit harmlosere Fall des taxifahrenden Chefs der Seepolizei beträchtlichen Imageschaden in ihrem Departement anrichtete.

- Polizeivorsteherin steht zu Akkord-Abschlepper

30. Januar 2007:

Auf dem Parkplatz des Hotels Senator in Zürich schleppten die Patrouilleure der Autohilfe Zürich bis vor kurzem emsig Autos ab. Seit 20minuten.ch darüber berichtet, ist laut Anwohnern Schluss damit.

- Abschlepp-Skandal: «Keine Autos mehr aufgebockt»

5. Februar 2007:

Nach der Berichterstattung von 20minuten.ch über den Abschlepp-Skandal, schalten sich nun auch Politiker ein. Die Polizeivorsteherin Esther Maurer wird zur Klärung aufgerufen.

- Vier Fragen an Esther Maurer

18. April 2007:

Ohne auch nur mit einem Abschlepp-Opfer gesprochen zu haben, kam ein von der Zürcher Polizeivorsteherin Esther Maurer beauftragter Experte zum Schluss: «Die Fälle sind unglaubwürdig». Heute wird im Gemeinderat entschieden, ob sich die Geschäftsprüfungskommission der Sache annehmen soll.

Polizei-Ermittlungen in eigener Sache

19. April 2007:

Der Gemeinderat der Stadt Zürich ist zum Schluss gekommen, dass die Geschäftsprüfungskommission den Experten-Bericht genauer unter die Lupe nehmen soll. Polizeivorsteherin Maurer reagierte entnervt: 20minuten.ch führe eine «Schimpf- und Hetzkampagne».

Maurer spricht von «Hetzkampagne»

Abschlepper-Willkür: Haben Sie auch schon ähnliche Erfahrungen beim Hotel Senator oder an anderen Orten gemacht? Mailen Sie uns Ihr Erlebnis an feedback@20minuten.ch

Manuel Bühlmann, Hansi Voigt

Leser wehren sich

Ermutigt durch die Recherchen von 20minuten.ch formiert sich eine Interessensgruppe von geprellten Autofahrern, die gegen die dreiste Abzockerei rechtliche Schritte einleiten will. Schreiben Sie uns auf feedback@20Minuten.ch, wenn auch Sie etwas unternehmen wollen und wir werden den Kontakt zur Gruppe herstellen.

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