CIA-Angriff auf Schweizer Gewerkschaft
Aktualisiert

CIA-Angriff auf Schweizer Gewerkschaft

Nach Angaben der Gewerkschaft Syna hat der US-Geheimdient CIA versucht, an Syna-Mitgliederdaten zu gelangen.

Wie die Gewerkschaft mitteilte, war der Spionageangriff erfolglos, es seien keine Mitgliederdaten in unbefugte Hände geraten.

Die Bundesanwaltschaft (BA) bestätigte am Freitag, dass sie am 12. September «ein gerichtspolizeiliches Ermittlungsverfahren gegen unbekannte Täterschaft» eröffnet hatte. Dabei gehe es um die Straftatbestände verbotener Nachrichtendienst, politischer Nachrichtendienst und verbotene Handlungen für einen fremden Staat.

Die Verdachtsmomente seien bestätigt und die in Frage kommenden Personen identifiziert worden, erklärte BA-Sprecherin Jeannette Balmer auf Anfrage. Da es sich um «politische Delikte» handle, sei nun eine bundesrätliche Ermächtigung nötig.

Laut Syna erfolgloser Versuch

Im Frühsommer habe die CIA versucht, über nebenamtliche Werber an das Adressmaterial von potenziellen Mitgliedern zu gelangen, schreibt Syna am Freitag in ihrem Communiqué.

Die Mitgliederdaten der Syna seien aber rigoros geschützt: Da die freien Mitarbeiter keinen Zugriff auf diese Daten hätten, sei der Spionageversuch erfolglos geblieben.

Die Gewerkschaft verurteile solche Machenschaften. Sie ruft die Bundesbehörden auf, die Affäre restlos aufzuklären. Erklärt wird der Versuch bei der Syna mit einem Kongress zur Globalisierung, der am Wochenende stattfindet.

Zwei Mitglieder-Werber im Visier

Nach Angaben des «Blick» hatte ein CIA-Agent einen Syna-Mitarbeiter als bezahlten Informanten angeworben. Dieser sollte Personendaten aus den Ordnern der Syna liefern. Später habe er einen weiteren Mitarbeiter anheuern können. Ob es zu einer Übergabe von Daten kam, wird nun im laufenden Ermittlungsverfahren abgeklärt.

(sda)

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