Pakistan: CIA darf in Bin Ladens Haus
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PakistanCIA darf in Bin Ladens Haus

Der US-Geheimdienst erhält von Pakistan die Erlaubnis, Osama Bin Ladens Anwesen zu inspizieren. Ferner ist US-Aussenministerin Hillary Clinton überraschend zu Gesprächen in Islamabad eingetroffen.

Pakistan gewährt dem US-Auslandsgeheimdienst CIA Zugang zu Osama bin Ladens Anwesen in Pakistan. Das verlautete am Donnerstag aus US-Beamtenkreisen. Auf dem Gelände in der pakistanischen Stadt Abbottabad war der Al-Kaida-Chef am 2. Mai von einer US-Spezialeinheit getötet worden. Das Anwesen verfügt über ein dreigeschossiges Haus, in dem Bin Laden vermutlich fünf Jahre lang lebte. Wann genau die CIA Zugang zu dem Gelände in Pakistan bekommen sollte, war unklar.

Ein US-Beamter sagte, es sei zwar wahrscheinlich, dass der pakistanische Geheimdienst Bin Ladens Anwesen in Abbottabad bereits durchsucht habe. Die CIA hoffe aber dennoch, Fingerabdrücke oder andere Hinweise auf dem Gelände zu finden.

Clintons Überraschungsbesuch in Pakistan

US-Aussenministerin Hillary Clinton ist am Freitag zu einem unangekündigten Besuch in Pakistan eingetroffen. Clinton kam in Begleitung von US-Generalstabschef Mike Mullen nach Islamabad, wie das US-Aussenministerium mitteilte.

Auf dem Programm standen Gespräche mit Pakistans Präsident Asif Ali Zardari, Armeechef Ashfaq Kayani und Geheimdienstchef Ahmad Shuja Pasha.

Clinton dürfte Pakistan zu verstärkten Anstrengungen im Kampf gegen das Terrornetzwerk Al Kaida und die Taliban auffordern und zu einer Untersuchung der Umstände des lange unentdeckten Aufenthalts von Al-Kaida-Chef Osama Bin Laden im Lande drängen.

Seit der Tötung Bin Ladens bei einem geheimen US-Einsatz am 2. Mai im nordwestpakistanischen Abbottabad sind die Beziehungen zwischen den beiden Verbündeten angespannt. Washington hatte Islamabad vorab nicht über den Einsatz informiert.

«Wir sind alle Osama»

Der Anführer der Al Kaida in Nordafrika, Abelmalek Drukdel, ist der Ansicht, dass die Tötung von Osama Bin Laden die Wut von Muslimen gegenüber dem Westen weiter schüren wird. In einer zehnminütigen Audiobotschaft, die am Donnerstag in Internetforen für Dschihadisten veröffentlicht wurde, sagte Drukdel, die Tötung Bin Ladens sei Anlass, um «Vergeltung zu schwören und auf Sieg zu bestehen». «Wir sind alle Osama», sagte er laut einer Übersetzung der in den USA ansässigen Organisation SITE Monitoring Service, die auf Online-Foren von Dschihadisten spezialisiert ist.

Die Al Kaida in Nordafrika soll in den vergangenen Jahren mehrere hundert Menschen getötet haben. Zuletzt intensivierte die Extremistengruppe ihre Anschläge im östlichen Hochland Algeriens. Die Organisation wird auch mit mehreren Entführungen von Ausländern in der Sahara und terroristischen Zwischenfällen in Europa in Verbindung gebracht. (sda/dapd)

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