CIA ermittelte in der Schweiz
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CIA ermittelte in der Schweiz

In der Atomschmuggelaffäre hat die USA offenbar Druck auf die Schweiz ausgeübt. Dem Bundesrat droht nun eine Untersuchung.

Der Bundesrat hat im November 2007 die Vernichtung von Akten angeordnet, die Ergebnisse einer Untersuchung gegen die Familie Tinner ent­hielten, wie Pascal Couchepin am Freitag bestätigte. Die drei Schweizer, der Vater und zwei Söhne, werden verdächtigt, Komponenten für den Bau ­einer Atombombe hergestellt und an Abdul Qadeer Khan, dem «Vater der pakistanischen Atombombe», geliefert zu haben.

Couchepin begründete die Schredderung der Akten mit der Gefahr, dass sie in falsche Hände hätten ge­raten können. Offenbar hat aber auch der Druck des US-Geheimdienstes CIA den Bundesrat dazu bewogen: Ein ­Dokument des hiesigen Inlandgeheimdienstes belegt laut «SonntagsZeitung», dass CIA-Agenten mit Schweizer Behörden über den Fall ­Tinner verhandelten. Die CIA hat ein Interesse an der Aktenvernichtung, um ihre Verbin­dungen zu den Tinners zu vertuschen.

Derweil hagelt es Kritik: Geri Müller, Präsident der ­Aussenpolitischen Kommission, fordert ein Untersuchungsverfahren gegen den Bun­desrat – und wenn nötig die Einsetzung einer Parlamen­tarischen Untersuchungskommission. Niklaus Oberholzer, Präsident der Anklagekammer St.Gallen, sieht

die Gewaltentrennung verletzt.

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