Aktualisiert

CIA hat vor 9/11 versagt

Ein interner CIA-Untersuchungsbericht hat der Führung des US-Geheimdienstes schwere Fehler bei der Bekämpfung des Terrornetzwerks Al Kaida vor den Anschlägen vom 11. September 2001 vorgeworfen.

Die CIA-Führung habe nicht alle ihre Möglichkeiten bei der Bekämpfung Al Kaidas ausgeschöpft und nie einen umfassenden Plan erstellt, sie zu stoppen, heisst es in einer 19-seitigen Zusammenfassung von CIA-Generalinspekteur General John Helgerson. Sein Bericht wurde 2005 vorgelegt und bis Dienstag geheim gehalten.

Die CIA-Führung habe nicht befriedigend ihre Verantwortung wahrgenommen und «nicht immer effektiv und kooperativ gearbeitet», schreibt Helgerson weiter. Dennoch gebe es nicht einen Hinweis darauf, dass die Anschläge in New York und Washington verhindert hätten werden können, bei denen fast 3000 Menschen getötet wurden. Helgerson schlug aber vor, die Leistung einiger namentlich genannter CIA-Mitarbeiter zu untersuchen, um zu entscheiden, ob eine Abmahnung gerechtfertigt erscheine. Der damalige CIA-Direktor Porter Goss lehnte das ab, und auch dessen Nachfolger Michael Hayden hielt an dieser Linie fest.

Hayden sagte, es sei nicht seine Entscheidung gewesen, den Bericht zu veröffentlichen. Nach einem von Präsident George W. Bush Anfang dieses Monats unterzeichneten Gesetz sei er dazu verpflichtet worden. «Ich dachte, die Veröffentlichung dieses Berichts würde Mitarbeiter ablenken, die an den Fronten eines globalen Konflikts ihrem Land dienen», sagte er. «Sie wird - mindestens - Zeit und Aufmerksamkeit verzehren und ein Feld wieder besuchen, das schon hinreichend beackert wurde.» (dapd)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.