Spannungen Nordkorea – USA: «CIA plant Ermordung Kims»
Aktualisiert

Spannungen Nordkorea – USA«CIA plant Ermordung Kims»

Nordkorea wirft den USA und Südkorea vor, eine Terrorgruppe ins Land eingeschleust zu haben. Ihre abenteuerliche Mission: Den «Obersten Führer» ausschalten.

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rub
Nordkorea will von einem Mordplan mit biochemischen Substanzen wissen: Kim Jong-un bei einem seiner öffentlichen Auftritte. Bild: AP

Nordkorea will von einem Mordplan mit biochemischen Substanzen wissen: Kim Jong-un bei einem seiner öffentlichen Auftritte. Bild: AP

Nordkorea hat die Geheimdienste der USA und Südkoreas schwer beschuldigt: «Die CIA und der Südkoreanische Geheimdienst planen die Ermordung Kims Jong-uns», berichten die Staatsmedien. Demnach wollen sie einen Giftanschlag auf den Machthaber verüben. Eine von beiden Ländern unterstützte Terroristengruppe sei in Nordkorea eingedrungen, um Kim mit einer «biochemischen Substanz» zu töten.

Das habe das nordkoreanische Ministerium für Staatssicherheit heute erklärt, berichteten die nordkoreanischen Staatsmedien. Die Gruppe sei vor kurzem aufgespürt und «alle in den scheusslichen staatlich gestützten Terrorismus verwickelte Schurken» ausgelöscht worden.

Die Anschuldigungen erfolgten inmitten wachsender Spannungen im Konflikt um das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm. US-Aussenminister Rex Tillerson hatte vor zwei Wochen damit gedroht, die USA könnten Nordkorea wieder auf eine schwarze Liste mit Staaten setzen, die den Terrorismus finanzierten. Kurz zuvor hatte Nordkorea erneut entgegen UNO-Verbotsresolutionen eine Testrakete gestartet, die allerdings kurz nach dem Start explodierte.

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Martialische Drohungen: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un, hier am Parteikongress in Pyongyang. (9. Mai 2016)

Martialische Drohungen: Nordkoreas Diktator Kim Jong-un, hier am Parteikongress in Pyongyang. (9. Mai 2016)

Keystone/Wong Maye-E
Nordkorea will die USA und Südkorea mit einem nuklearen Erstschlag angreifen, sollte es geringste Anzeichen einer Invasion geben: Ein Doppelgänger des Diktators an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. (18. August 2016)

Nordkorea will die USA und Südkorea mit einem nuklearen Erstschlag angreifen, sollte es geringste Anzeichen einer Invasion geben: Ein Doppelgänger des Diktators an den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro. (18. August 2016)

AFP/Johannes Eisele
Das nordkoreanische Regime befürchtet eine Invasion: Masssenveranstaltung in Pyongyang während eines« Monats des gemeinsamen anti-amerikanischen Kampfs». (25. Juni 2016)

Das nordkoreanische Regime befürchtet eine Invasion: Masssenveranstaltung in Pyongyang während eines« Monats des gemeinsamen anti-amerikanischen Kampfs». (25. Juni 2016)

Keystone/Wong Maye-E

Geheimdienste als Terroristen bezeichnet

Das Staatssicherheits-Ministerium in Pyongyang bezeichnete die CIA und Südkoreas Geheimdienst selber als Terroristengruppen und drohte, Nordkorea werde sie bei einem «Anti-Terror-Angriff» zerstören.

Zum Komplott gegen Kim habe die Verwendung «biochemischer Substanzen einschliesslich eines radioaktiven Stoffes und giftiger Nano-Substanzen» gehört. Kim habe bei einem öffentlichen Auftritt in Pyongyang getroffen werden sollen.

Südkoreas Geheimdienst habe einen Nordkoreaner mit Nachnamen Kim während eines Arbeitsaufenthalts in Russland bestochen, um den Plan durchzuführen, hiess es weiter. Im vergangenen Jahr habe Südkorea «Satellitenkontakt» mit dem Agenten in Pyongyang aufgenommen.

Plan käme Kriegserklärung gleich

«Wir werden die Terroristen der US-CIA und der Marionetten-IS (Aufklärungsdienst) in Südkorea bis zum letzten Mann aufspüren und gnadenlos zerstören», hiess es. Der Anschlagsplan käme einer Kriegserklärung gleich. Aus der Erklärung ging nicht hervor, wie der angebliche Komplott aufgedeckt wurde.

Nordkoreas Regierung wird verdächtigt, hinter dem Giftmord am Halbbruder von Machthaber Kim, Kim Jong Nam, im Februar in Malaysia zu stecken. Eine Vietnamesin und eine Indonesierin stehen dort wegen des Vorwurfs vor Gericht, Kim Jong Nam im Flughafen von Kuala Lumpur mit dem Nervengas VX getötet zu haben. Pyongyang hatte Vorwürfe zurückgewiesen, mit dem Anschlag etwas zu tun zu haben.

IAEA spricht von Fortschritten bei Atomprogramm

Die nuklearen Drohungen Nordkoreas sind nach Einschätzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ernst zu nehmen. «Wir haben Anhaltspunkte, dass das Nuklearprogramm so vorangeht wie Nordkorea es verkündet», sagte IAEA-Chef Yukiya Amano der «Süddeutschen Zeitung» vom Freitag. «Alle Indizien deuten darauf hin, dass Nordkorea Fortschritte macht, und das bereitet uns Sorgen.»

Die IAEA habe zwar seit dem Jahr 2009 keine Inspekteure mehr in Nordkorea, überwache die Entwicklung des nordkoreanischen Atomprogramms aber mit Satellitenbildern, sagte der Japaner. So sei festgestellt worden, dass sich die Grösse eines Geländes, auf dem ein US-Wissenschaftler bei einem Besuch im Jahr 2010 eine Anreicherungsanlage gesehen habe, verdoppelt habe. Die Nordkoreaner hätten um die Anreicherungsanlage herum weitere Anlagen gebaut hätten, was besorgniserregend sei. (rub/sda)

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